Zum Fest „Unserer Lieben Frau vom Schnee“ 

05. August 2022
Quelle: fsspx.news

Das Fest des Weihetages der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom zeigt, dass die katholische Kirche römisch ist. Der erste Stellvertreter Christi, der heilige Petrus, starb in Rom und besiegelte mit seinem Blut den Sitz der apostolischen Autorität. Der heilige Paulus, der Apostel der Heiden, der am selben Tag wie der heilige Petrus gemartert wurde, zahlte ebenfalls den Preis des Blutes in dieser Stadt, so dass es niemals einen Grund für ein Schisma in der Kirche geben kann. 

Nach der Weihe durch diese beiden großen Apostel im Jahr 63 nach Christus dauerte es vier Jahrhunderte, bis Rom die führende Rolle als Erzieherin der Völker und zur universellen Lehrerin der Weisheit und der Wahrheit einnehmen konnte. Dieser Prozess wurde durch Santa Maria Maggiore, die bedeutendste Basilika Roms, versinnbildlicht. Sie ist der Mutter Gottes geweiht und war das erste größere Heiligtum, das innerhalb der Mauern der antiken heidnischen Stadt errichtet wurde: Sie ersetzte als die bedeutendste Marienkirche einen der vielen Tempel, die bis dahin heidnischen Göttinnen gewidmet waren. 

Aufgrund ihrer Größe, ihres Standorts und der Bedeutung, die ihr von den Päpsten beigemessen wurde, bewahrt sie die Reliquie der Krippe von Bethlehem. Sie wurde von Papst Liberius (352-366) erbaut und erhielt später den Titel „Mutter Gottes“, um so das Konzil von Ephesus (431) zu feiern, das die Ketzerei des Nestorianismus mit der berühmten Formel „Theotokos“, was „Mutter Gottes“ bedeutet, vernichtete. 

Im Rahmen der Gründungsgeschichte schenkten ein reicher römischer Patrizier namens Johannes und seine Frau, die kinderlos geblieben waren, der Heiligen Jungfrau ihr Anwesen auf dem Esquilin-Hügel. Trotz der großen Hitze im August ließ Maria es daraufhin auf einem großen Teil dieses Hügels schneien. Sie erschien Johannes, seiner Frau und Papst Liberius im Traum und verkündete ihnen, dass sie das versprochene Erbe annehme und an der durch den wundersamen Schnee markierten Stelle eine Kirche errichtet werden solle. Es fand dann mit dem römischen Klerus eine päpstliche Prozession statt. Anschließend wurde die Basilika errichtet. Die Himmelskönigin wollte also in Rom regieren, das also nicht nur das Rom der Päpste, sondern auch das Rom Mariens ist.