St. Josephs-Blatt • Juni 2019

2019
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort des St. Josephs-Blattes / Priorat Wien, von Pater Waldemar Schulz.

Liebe Gläubige,

als erstes möchte ich allen einen ganz herzlichen Dank, ein inniges Vergelt’s Gott aussprechen, die heuer (wieder) mitgeholfen haben, unsere schöne, erhebende Marienprozession zur Mariensäule „Am Hof“, zur Mater Magna Austriae, zu organisieren, mit Blumen, Schmuck und liturgischem Glanz zu erfüllen, für den Ablauf, die Zeremonie und auch den obligaten stärkenden Imbiß zu sorgen. Gerade in diesem Jahr ist mir dies ein Anliegen, weil wir uns aufgrund der Wetterverhältnisse nur mit großem Bedenken auf den Prozessionsweg gemacht haben. Der Segen des Himmels blieb auch im mehrfachen Sinne nicht aus, obwohl jener aus dem Wolkenhimmel trotz ein, zwei gröberen Schauern (vor allem dann „Am Hof“) uns insgesamt zwar durchgehend besprengte, aber doch letztendlich einigermaßen erträglich blieb. Allen Wetterkapriolen zum Trotz und vielleicht sogar dank ihrer dürfen wir sagen, dass die diesjährige Prozession doch ein wirklich großes Erlebnis für alle wurde, die mitgegangen sind und Tropfen und Temperaturen, Wind und Wetter trotzen. Nicht wenige Gläubige und auch Mitbrüder versicherten nachher, diese unsere Prozession und Wallfahrt zur Unbefleckten „Am Hof“ würden sie im Gedächtnis behalten und viel weniger vergessen als manche andere äußerlich und wettermäßig außerordentlich gelungene. Hier macht sich der Segen aus den höheren Regionen des Himmels bemerkbar, der uns ganz offenbar für dieses für viele gar nicht so geringe Opfer belohnen wollte mit Gnade, mit Freude, mit innerer Zufriedenheit. Wenn auch aus verständlichen Gründen – insbesondere im Hinblick auf ältere Gläubige und Familien mit kleinen Kindern – unsere Teilnehmerreihe ein bisserl geringer war als sonst, aber gar nicht einmal so viel weniger wie vielleicht zu befürchten war, fiel dies angesichts der Umstände nicht ins Gewicht. Viel wichtiger war, und das ist mit großer Dankbarkeit festzuhalten, daß unsere Musikkapelle „Die Kaiserjäger“ unverdrossen voranmarschierte und spielte. Bei aller Genugtuung über eine auf dem Hintergrund der Wetterlage etwas gewagte und doch gelungene Prozession hoffen wir natürlich, sie möge nicht gewohnheitsmäßig ein solches Erlebnis werden, sondern der Himmel möge im nächsten Jahr uns doch wieder die Sonne scheinen lassen.

Nichtsdestotrotz braucht es angesichts der kirchlichen, der gesellschaftlichen wie der geistigen Zustände in Kirche und Welt, Gesellschaft und Volk ganz offensichtlich Opfer, Gebet und treues Zeugnis. Das heilige Pfingstfest soll uns einen Anstoß bieten, wieder neu und mit großer innerer Bewegung den göttlichen Schöpfergeist um Seinen Beistand und Seine Hilfe anzuflehen. Er möge doch Seiner Kirche, Seinen Dienern auf Erden, Seinen Seelen Erleuchtung verleihen, möge Gnade, Einsicht, Besinnung auf die wahren Werte der übernatürlichen Welt, des Glaubens und der Gebote Gottes gewähren, Er möge Seine Kirche, Seine Gläubigen, Seine Seelen nicht in die Irre gehen lassen, vielmehr sie aus so manchen Irrwegen zurückrufen und zurückführen. Uns selbst aber möge der göttliche Tröstergeist mit echtem, wahrem Trost heimsuchen, nämlich treu und fest und dankbar auszuharren auch in der geistig-geistlichen Not dieser Zeit, in den Kreuzen und Mühsalen des Lebens, in dem von Gott sich immer weiter lossagenden Zeitgeist mit seinen Ideologien und der sittlichen Orientierungslosigkeit. Festigkeit, Opferbereitschaft, Bekennermut, Ausdauer, Treue zum Willen Gottes in Glück und Unglück, in guten und bösen Tagen – das ist der Gnadentrost, den wir herzlich vom Geiste Gottes erbitten. Dieser Art Trost bedürfen wir dringend, den fühlbaren, gemütshaften, sinnfälligen Trost haben die Menschen gerne, auch wir, aber das Sieghafte, dasjenige, was die Sünde, den Teufel, die Welt und auch das Ungeregelte und Verworrene in uns selbst überwindet – das verleiht jener wahre Trost der Gnade, der Stärke für Geist und Wille, den der Hl. Geist für uns bereithält. Mit jenem Glaubenslicht und dem mit ihm verbundenen Bekennergeist wie die Heiligen und insbesondere die Märtyrer ihn in körperlicher wie geistiger Hingabe bei äußeren und inneren Verfolgungen übten, damit kann, will und wird uns der Heilige Geist erfüllen, wenn wir nicht nachlassen, Ihn um Seine wahrhaft göttlichen Gaben zu beschwören. Sie mögen uns zuteilwerden auf die Verdienste Unseres Herrn hin und der Beistand und die Leitung des Fingers Gottes, Der uns führt, unsere Gebrechlichkeit stärkt und dahin lenkt, wird uns verleihen, unerschütterlich im Guten fest zu bleiben und auszuharren bis zum Ende. Denn es ist ja eben jenen treuen Seelen Rettung, Himmel, seliges Glück verheißen für die Ewigkeit – die aber schon jetzt auf Erden beginnt, wenn auch noch nicht im Schauen, erst im Glauben, in mancher Trübsal und unter manchem Kreuz, so schenkt dieses Glaubenslicht doch schon hier im Diesseits der Seele tiefinnerlichen Frieden trotz allen Krisen und Nöten in der Zufriedenheit des Herzens durch die stete, unwandelbare Geborgenheit in der Hand Gottes.

Die große, göttliche Gabe Gottes, Sein Heiliger Geist, Der Schatz, Der siebenfältig ziert, möge Sie, liebe Gläubige, alle Ihre Lieben und uns alle erleuchten, stärken und trösten

Ihr

P. Waldemar Schulz

Quelle: Gottesdienstordnung • Juni 2019 • Priorat St. Klemens Maria Hofbauer • Wien