St. Josephs-Blatt • Juli - August 2020

29. Juni 2020
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort des St. Josephs-Blattes / Priorat Wien, von Pater Waldemar Schulz.

Liebe Gläubige,

nun ist es also langsam so weit. Nach 23 Jahren will ich Wien nicht verlassen, ohne mich von Ihnen zu verabschieden und Ihnen innigsten, herzlichsten Dank zu sagen. In diesen Jahren hoffe ich, Ihnen im Sinne des Heilands so gut es eben ging gedient zu haben für das geistig-religiöse Leben, das letztlich ja doch der ausschlaggebende Teil unseres Daseins ist, da er uns auf unser eigentliches Ziel, unsere Heimat und unsere ewige Bestimmung vorbereitet.

Für mich selbst darf ich sagen: Es waren wunderschöne Jahre, die ich hier bei Ihnen verleben durfte; sehr gern war und bin ich in Wien. Dazu kam das Glück, das für einen Priester schon höchst wertvoll ist, nämlich eine liebe Gemeinde, gutwillig und großzügig, sowohl in der Nachsicht bei Fehlern und Ungereimtheiten wie bei der Unterstützung und Hilfe – und dafür besonderen Dank und herzlichstes Vergelts Gott. Die kleinen alltäglichen Verdrießlichkeiten, die es halt auf Erden gibt und die eben nicht ganz ausbleiben, wo Menschen zusammenkommen, sind da gerne und schnell vergessen! – Tun Sie es bitte mir gegenüber ebenso! Das überreiche Gute, aller steter und so treuer Beistand, die viele Hilfe, Unterstützung und Zuneigung, die ich in Wien und speziell für St. Joseph erfuhr, hat mich stets erbaut und Mut und Freude geschenkt. Der gute Stern liebenswürdiger Gunst blieb mir übrigens auch im Priorat treu, wo ich eigentlich stets eifrige, hilfsbereite, sehr verträgliche, noble Mitbrüder, Haushälterinnen, Mitarbeiter und Helfer fand, die für eine harmonische Prioratsatmosphäre sorgten. Wenn man manches andere vernommen hat, auch innerhalb der Bruderschaft, weiß man dies erst recht zu schätzen.

Aber alles hat ein Ende auf dieser Welt und so ist es nach dem Willen von Oben an der Zeit, uns auf etwas Anderes einzustellen, für Sie und für mich. Eines hat aber kein Ende, auch nicht auf dieser Welt, und das ist die Liebe und Freundschaft, geistige Verbundenheit und geistlicher Beistand. Seien Sie gewiss, dass ich Sie im Herzen und im Sinnen mitnehmen werde und Ihr stets eingedenk bleibe in Gebet und im heiligen Opfer, insbesondere in großer Dankbarkeit und mit stetem Segen. Dies erbitte ich auch von Ihnen als letzte Gabe für den scheidenden Prior, dass Sie einerseits meiner vor dem Lieben Gott nicht vergessen und andererseits – wie es der Wiener Art und Natur entspricht – dem „Neuen“ mit Wohlwollen und Bereitwilligkeit entgegenkommen.

Im Herrn und Seiner hochheiligen Mutter, vereint in der Gemeinschaft der Heiligen, wie wir es im Credo beten, verbleibt herzlichst und immer Ihrer gedenkend

Ihr P. Waldemar Schulz

Quelle: Gottesdienstordnung • Juli - August 2020 • Priorat St. Klemens Maria Hofbauer • Wien