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Gottesdienstordnung • Kirche St. Thomas v. Aquin • September/Oktober 2018

19. September, 2018

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kirche St. Thomas v. Aquin / Graz, von Pater Elias Stolz

Liebe Gläubige!

Der Monat Oktober ist auf besondere Weise dem Rosenkranzgebet gewidmet! Dieses Gebet ist vergleichbar mit einer wundersamen Kette, die uns mit den übernatürlichen Geheimnissen verbindet und uns stärkt in Glauben und Tugend.

Weiters ist der Rosenkranz eine Schule: durch ihn lernen und üben wir das Beten. Unserer menschlichen Natur gemäß, die aus Leib und Seele besteht, verbindet er inneres und äußeres Gebet!

Das Gebet selbst befähigt uns, standhaft zu bleiben, den Blick für das Wesentliche stets zu bewahren.

Betrachten wir die Entwicklung der Menschheit in der Geschichte, so können wir den Auf- und Niedergang derselben quasi gleichsetzen mit der jeweiligen Gebetspraxis! Zu Orten und Zeiten, wo gebetet wurde, gab es Ordnung. Hat man das Gebet vernachlässigt und sich von Gott entfernt, sind auch Ordnung und Frieden geschwunden.

Gerade in der heutigen Zeit können wir das auf verblüffende Weise feststellen: wir sind Zeitzeugen eines allgemeinen Niedergangs der Gesellschaft und der Sitten!

Macht man heutzutage einen Ausflug in die Geburtsstätten der großen Orden, in welchen während vieler Jahrhunderte hindurch schweigende Männer und Frauen gebetet haben, ist der Eindruck oft alles andere als erbaulich ...

In Camaldoli zum Beispiel, Gründungsort der Kamaldulenser-Mönche, sind die altehrwürdigen Gebetsorte umgestaltet worden zu buddhistisch angehauchten „Gebetsräumen“. Auf ausgebreiteten Teppichen verrenken sich die „Mönche“ im mittlerweile fortgeschrittenem Alter in den Stellungen der Zen-Meditation. Im Klostershop kann man dann buddhistische Rauchfässer erwerben und Bücher über das Gebet, wie etwa: „Ohne Buddha könnte ich kein Christ sein“. Da erübrigt sich die Frage, wie es denn möglich sei, dass in solch heiligen Orten, wo man früher das Gebet erlernt und geübt hat, heutzutage Buddhisten eingeladen werden, die uns Christen das Beten beibringen sollen...!

Es ist erschreckend festzustellen, wie in der heutigen Zeit das ehemalige christliche Abendland den eigenen Reichtum verkauft, die Perlen gewissermaßen den Schweinen zum Fräße vorwirft. Wir erleben im wahrsten Sinne des Wortes eine Rückentwicklung der Gesellschaft in ein neues Heidentum.

Trotzdem soll uns das nicht entmutigen. Voll Eifer wollen wir den Rosenkranz zur Hand nehmen und den Himmel bestürmen. Oft wurde die Menschheit auf das Rosenkranzgebet hin erhört und von schweren Geiseln befreit!

Der Rosenkranz ist eine wahre Waffe für den heutigen Kampf, eine Waffe die benützt werden muss und, wenn sie richtig eingesetzt wird, auch zum Sieg führen wird! P. Pio sagte einst über den Rosenkranz: “Wenn du nicht schießt, schießt der andere!“

Liebe Gläubige, voll Vertrauen und Zuversicht wollen wir also den Rosenkranz in die Hand nehmen und uns an die himmlische Mutter wenden, in allen Anliegen, zum Lobe Gottes, zum Dank für die empfangenen Gnaden und zur Sühne für viele Sünden!

Gemäß den Worten unseres Patrons, des hl. Papstes Pius X., der sich einst an einem Pilger wandte, wollen wir „alles was wir tun, mit dem Rosenkranz tun!“

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr P. Elias Stolz

Quelle: Gottesdienstordnung • September/Oktober 2018 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz