Gottesdienstordnung • Kirche St. Thomas v. Aquin • Jänner 2019

2018
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kirche St. Thomas v. Aquin / Graz, von Pater Elias Stolz.

In der Nacht, an einem unbekannten Ort, ferne vom Treiben der Menschen wurde der Heiland geboren! Der Himmel hatte das Wunder dieser geheimnisvollen Nacht erkannt. Die einfachen Hirten eilten herbei, als der Engel ihnen das freudige Ereignis verkündet hatte.
Aus dem Morgenlande nahmen einige Waisen den weiten und beschwerlichen Weg auf sich, um einem himmlischen Zeichen Folge zu leisten! Auch sie wussten nicht genau, was sie erwarten würde.

Herodes wollte den Heiland töten lassen. So groß war seine Angst um seine eigene Macht, so sehr fürchtete er den Neugeborenen dass er den Tod vieler Unschuldiger Kinder anordnete...!

Wie viele Menschen gab es, die den Heiland nicht erkannt hatten! Als Josef und Maria in der Stadt Davids ankamen, war diese überfüllt, wohl aufgrund der von Augustus angeordneten Volkszählung. Es gab keinen Platz für das einfache Ehepaar, also suchten sie Zuflucht in einem Stall. Während die Menschen sich in der Nacht vergnügten, sang der Himmel in stiller und majestätischer Andacht das engelgleiche Lob dem göttlichen Neugeborenen. Unweit vom menschlichen Treiben spielte sich in geheimnisvoller Stille das wunderbare Schauspiel ab, dem neben Josef, Maria und einer Schar Engel nur ein Ochs und ein Esel beiwohnten!

Wie groß war die Freude der Mutter, als Sie die Hirten erblickte, die ihr Knie beugten um den Heiland anzubeten, wie groß Ihre Liebe zu den Waisen, die dem Kleinen Geschenke darbrachten als Zeichen ihrer Verehrung.

Wie groß aber ist der Schmerz der göttlichen Jungfrau über so viel Gleichgültigkeit und Hass Ihrem Sohn gegenüber, heute wie damals.
Sie hatte der Welt den Heiland geschenkt, doch die Menschen haben ihn nicht erkannt. „Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf!“ Die Worte des Weihnachtsevangelium, welches am Ende jeder Hl. Messe gelesen wird, haben bis heute ihre Geltung nicht eingebüßt. Unzählige Menschen leben auf dieser Erde mit dem einen Ziel, sich selbst zu verwirklichen. Der Heiland bleibt auch im Leben vieler Christen eine Randerscheinung.

Mit einfachem Glauben wollen wir uns hinknien vor dem göttlichen Kinde wie es die Hirten und Waisen getan, und Ihm unsere Gaben darbringen durch die unbefleckten Hände Seiner reinsten Mutter!

Mit priesterlichem Segensgruß 

hr P. Elias Stolz

Quelle: Gottesdienstordnung • Jänner 2019 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz