Gottesdienstordnung • Kirche St. Thomas v. Aquin • Februar 2019

30 Januar, 2019
Quelle: Distrikt Österreich

Aus dem Vorwort der Gottesdienstordnung der Kirche St. Thomas v. Aquin / Graz, von Pater Elias Stolz.

Liebe Gläubige!

Der Heiland hat, zwölf Apostel auserwählt und in seine Schule genommen. Drei Jahre lang hat er sie unterrichtet, vorbereitet auf die Aufgabe, die sie eines Tages übernehmen sollten.
Zehn von ihnen sind zu Tode gemartert worden, einer hat sich das Leben genommen; der hl. Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn, ist im hohen Alter als einziger eines natürlichen Todes gestorben.

Er war Bischof in der Stadt Ephesus. Von ihm berichtet der heilige Hieronymus, dass er am Ende seines Lebens, geschwächt durch die Jahre, sonntags auf eine Tragbahre in die Kirche getragen wurde, um seiner Gemeinde zu predigen und sie zu segnen.

Es durfte wohl ein besonders ergreifendes Ereignis gewesen sein, wenn der greise Apostel, der Freund und Lieblingsjünger des Herrn auf seiner Bahre sich aufrichtete, um den Christgläubigen vom Herrn zu erzählen. Er, der den besonderen Vorzug gehabt hatte, die letzten Jahre der allerseligsten Jungfrau Maria hier auf Erden mitzuerleben, sich von Ihr formen zu lassen, sprach nun zu Gläubigen, die danach dürsteten, kostbare Worte aus seinem Munde zu hören.

An diesem Sonntag jedoch sollte seine Predigt ganz kurz ausfallen... sie bestand nur aus wenigen Worten, nämlich: „Kindlein, liebet einander!“ An mehreren Sonntagen, fünf- sechs in Folge, wiederholte sich das gleiche Schauspiel, immer wieder die gleichen Worte: Kindlein, liebet einander!

Irgendwann fassten sich einige aus der Gemeinde ein Herz und sprachen den Apostel an, warum er denn immer das Gleiche predige...? Darauf entgegnete der hl. Johannes: “Weil es mir der Herr so aufgetragen hat. Wenn ihr nur einander liebt, so ist es genug!“
„Ama, et fac quod vis“ – Liebe, und tue was du willst. Diese Worte vom hl. Augustinus erklingen quasi als Echo der Predigt des Lieblingsjüngers!

Aus dem Katechismus kennen wir das christliche Hauptgebot, näm- lich „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst.“
Was dies näher hin bedeutet, darüber wird uns die folgende Predigt vom heiligen Bischof Fulgentius berichten!

Mit priesterlichem Segensgruß

Ihr P. Elias Stolz

Quelle: Gottesdienstordnung • Februar 2019 • Kirche St. Thomas v. Aquin • Graz