Drittorden: Rundbrief Nr. 43

2018
Quelle: Distrikt Österreich

43. Rundbrief für den Dritten Orden der Priesterbruderschaft St. Pius X. im österreichischen Distrikt.

Liebe Mitglieder, Postulanten, Interessenten und Freunde des Dritten Ordens vom hl. Pius X.,

im Laufe der letzten Rundbriefe sind Ablauf und Inhalt der Ablegung der heiligen Profess auf den Dritten Orden vom h. Pius X. etwas näher beschrieben und behandelt worden. Diese Darstellung kommt in diesem Rundbrief zu einem Ende und soll im nächsten lediglich noch ein zusammenfassendes, erläuterndes Resümee erhalten.

Die eigentliche Profess mit der feierlichen Annahme des Versprechens durch den dazu bevollmächtigten Priester findet vor dem Offertorium der Hl. Messe statt. Als Kennzeichen der Professablegung und der Vollmitgliedschaft im Dritten Orden vom hl. Pius X. erhält das neue Mitglied zum Abschluss dieser Zeremonie die zuvor geweihte Medaille vom hl. Pius X., dem Patron des Dritten Ordens und der ganzen Priesterbruderschaft, zu welcher sich der neue Professe nun auch zählen darf. Es ist ja der Dritte Orden auch ein Werk der Priesterbruderschaft, begründet von Monseigneur Lefebvre selbst, dem Stifter der Bruderschaft, als Zweig an dem Baum der katholischen Glaubenstradition zur Erneuerung vom Kirche und Priestertum und Glaubensleben. Dann empfängt der neue Sodale das geweihte Kreuz als „Kreuz des Heilandes“, um sofort anschließend sich bei der Fortsetzung der Hl. Messe in der Opferung mit dem erlösenden Herrn und Seinem Kreuzesopfer, das unblutig und doch wirklich erneuert wird, zu vereinen und damit noch mehr vorbehaltloser, unbedingter und vertrauensvoller sich dem Heiland zu schenken und zur Verfügung zu stellen. Genau darin findet die eigentliche Professhandlung ihren Abschluss, gleichzeitig aber auch ihren Höhepunkt und ihre Krönung.

Den feierlichen Ausklang der gesamten ehrwürdigen Feier bildet nach der Hl. Messe und vor dem Auszug der Altardiener gemäß Vorgabe der Zeremonienvorschriften für eine Professablegung im Dritten Orden sowohl als Zierde wie auch als Leitgedanke der Schlussstein  des (bei einer feierlichen gestalteten Profess) gesungenen Magnifikat mit den angefügten Orationen von der allerseligsten Jungfrau und vom hl. Pius X. Noch ein letztes Mal bei dieser heiligen Festfeier wird die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter angerufen, denn in der Tat: Nie war sie uns in Kirche und Welt, für Glaube und Sitte, zur Bewahrung von Treue und Opfergesinnung vielleicht so wertvoll und notwendig wie heute. Die innige Empfehlung des Rosenkranzgebetes durch Papst Leo XIII. mit seinen vielen Rosenkranz-Enzykliken, die übernatürlichen Impulse zur Verehrung des heiligsten Herzens Mariä neben, mit und unter dem Herzen Jesu durch die heiligen Jean Eudes und Margareta Maria Alacoque, die Hinweiszeichen des Himmels auf die besondere und einzigartige Stellung der Unbefleckten gerade in unserer Weltzeit in La Salette, Lourdes, Fatima… und nicht zuletzt die Wundertätige Medaille als Schutzschild im Leben und Sterben weisen aus, wie dringend, bedeutend und unerlässlich uns die Zuflucht zur allerseligsten Jungfrau, Mutter und Königin ist. Unter ihrem Schutzmantel will der neue Professe sich selbst, seine Aufgaben und Standespflichten, seine Seele und sein religiöses Leben stellen, da es nirgendwo besseren Schirm, sichere Fürsorge und stärkere Hilfe geben kann als bei der Mutter des Herrn, der Unbefleckten und Himmelskönigin, damit sie Leib und Seele, Gebet und Einsatz im Weinberg des Herrn uns bewahre bis zum Himmel hin.

Im „Ihrem Gebet“ – dem „Magnifikat“ – führt uns die Gottesmutter an ihrer Hand zum Throne Gottes hin und leitet uns an, wie unser Gebet und unser geistliches Leben - speziell im Ordensstand -aussehen soll. Da geht voran das Lob Gottes, da wir ja letztlich zu Seiner Ehre geschaffen sind, deshalb mit Maria Ihn hochpreisen sollen mit Herz und Seele und uns zugleich an Gott erfreuen dürfen, frohlocken ob der Güte, Liebe und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes. Er sandte ja Seinen eigenen Sohn zu uns und für uns! Da hat Er wahrhaftig auf uns, unter Mariens Leitung Knechte und Mägde des Herrn, herabgeschaut voll Erbarmen, voll Macht, voll Heiligkeit für alle die Ihn fürchten. Er nimmt sich unser an wie einst Seines Knechtes Israel, denn Sein Erbarmen ist nicht erloschen, Seine Güte nicht erschöpft für jene, die auf Ihn harren, die nicht hochmütig und gottentfernt, sondern demütig sind und hungern nach Gottes Gerechtigkeit. Und dann nimmt Er sich – nicht zuletzt um Jesu und Mariä willen – wahrhaft „auf ewig“ unser an. Mit Maria, der Pforte des Himmels, steht der Professe vor dem Thron des Allmächtigen, denn nur mit ihr kann er solches wagen und dabei auch völlig vertrauensvoll bleiben. Deshalb ruft das neue Drittordensmitglied gemeinsam mit Priester, Altardienern, Mitbrüdern, Mitschwestern und allen anwesenden Gläubigen nun nochmals „unsere große Zuversicht“ an – die himmlische Mutter und Schutzherrin, wie sodann noch unseren Patron Pius X. – Schirmherr und Vorbild insbesondere im Kampf um Glauben und Kirche gegen Modernismus und Unmoral –, um wie sie und mit ihnen den guten Kampf zu bestehen, den Glauben zu bewahren, den Lauf zu vollenden (2. Tim. 4.7f.) und den vom Herrn verheißenen Kranz zu erlangen:

„Hochpreiset meine Seele den Herrn! * Mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heiland!
Er hat in Gnaden herabgeschaut auf seine niedere Magd: * Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn Großes hat an mir getan der Allmächtige, * heilig ist Sein Name;
Und Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht * über jenen, die in Ehrfurcht Ihm dienen.
Mit Seinem Arme wirket Er machtvoll, * zerstreut, die Hoffart sinnen in ihren Herzen.
Mächtige stürzt Er vom Throne * und erhöht die Niedrigen.
Hungernde erfüllt Er mit Gütern, * mit leeren Händen entlässt Er die Reichen.
Er nahm sich Israels an, seines Knechtes, * eingedenk Seines Erbarmens:
Wie Er verheißen unseren Vätern, * Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heiligen Geiste
Wie es war im Anfang so auch jetzt * und in alle Ewigkeit. Amen.

Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin, * auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Lasset uns beten.

Wir bitten Dich, o Herr, unser Gott: Gib, dass wir Deine Diener uns ständiger Gesundheit des Leibes und der Seele erfreuen und dass wir durch die glorreiche Fürsprache der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria von der Trübsal dieser Zeit befreit werden und die ewige Freude genießen dürfen: Durch Christus unseren Herrn. Amen.

Lasset uns beten:

O Gott, um den katholischen Glauben zu schützen und alles zu erneuern in Christus, hast Du den heiligen Papst Pius mit himmlischer Weisheit und apostolischer Kraft erfüllt; gewähre in Gnaden, dass wir durch Treue gegen seine Weisungen und in der Nachahmung seines Beispiels ewigen Lohn erlangen: Durch Christus, unsern Herrn. Amen.“

Reichen Segen und viel Gnade zur heiligen Advent- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen allen von Herzen

Ihr

Pater Waldemar Schulz

Wien, den 8. November 2018