Die Impfstraße im Stephansdom - Ein spiritueller Seitenblick

19. August 2021
Quelle: Distrikt Österreich

Gastkommentar eines befreundeten Priesters 

„Wir möchten Jesus sehen!“ (Joh 12,21) Dieser flehentliche Ruf der Menschheit wird im Ritus der Hl. Taufe erfüllt, wenn der Täufling nicht nur von der Sünde und Schuld Adams, sondern auch von der geistigen Blindheit seines Herzens erlöst wird. Umso schmerzlicher wiegt der Eindruck, dass seit dem Ausbruch von Corona neben Teilen der Christenheit auch die römische Kirche zunehmend ihren allumfassenden und somit katholischen Blick auf die Realität verloren hat. Seit Coronas Geburt gilt: Wahr ist, was machbar ist. Wenn jedoch die Braut Christi, so lehrt uns die Geschichte, ihre spirituelle Wächterfunktion auf stumm schaltet und die unsterblichen Seelen nicht mehr vor der blinden Zerstörungswut des diabolischen Widersachers warnt, braucht der Teufel seine Faust nur noch zu ballen, um sich ins Fäustchen zu lachen. Justin der Märtyrer bezeichnet den Teufel als den „Affen Gottes“, weil er dem göttlichen Reich in allen Details ein widergöttliches Reich gegenüberstellt, die ewigen Prinzipien des Christkönigs unterminiert und der Welt sein tierisches Zeichen aufzudrücken versucht. Nach Tertullian bedient er sich dabei besonders der Heiligkeit kirchlicher Sakramente und Orte, die er nachahmt und missbraucht; jedoch klug und in lautloser Manier. So wie eine Schlange sich an ihr Opfer anschleicht, um es zu überwältigen und mit ihrem tödlichen Gift zu lähmen.

Auf den ersten Blick wird im Nordturm des Wiener Stephansdoms, in der Barbarakapelle, kein tödliches Gift verimpft, denn der Impfling verlässt zumeist optisch quicklebendig den Dom. Der zweite, spirituelle Seitenblick auf die Impfstraße im Hause Gottes offenbart jedoch in Summe eine dubiose Verkettung von „Zufällen“, die allesamt eine äußerst merkwürdige Handschrift tragen. Im Folgenden sollen die vier auffälligsten Symptome kurz beleuchtet werden:

1.) Der Nordturm: Bereits beim Propheten Jeremias 1,14, im Buch Joel 2,20 sowie in der altkirchlichen Liturgie gilt die nördliche Himmelsrichtung als Wohnort der ewigen Finsternis. Dies ist der Grund, warum der Priester das Evangelium und den lichtreichen Prolog des Johannes bei geosteten Kirchen in nördliche Richtung verkündet. Darüberhinaus ist diese symbolische Ausrichtung auch Ausdruck dafür, dass der von Gott abgefallene Schöpfungsbereich mit dem wahren Licht des Evangeliums erfüllt und die übernatürliche Dunkelheit in ihre Schranken gewiesen werden soll. Lesen Sie bitte den Prolog einmal in diesem geographisch-geistigen Kontext eines Exorzismus. Mit der vermeintlichen Erlösung aus dem Norden hängt auch

2.) die Barbarakapelle zusammen: Die Gefangenschaft der hl. Barbara in ihrem Turm ist ein schattenhafter Abglanz der strikten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen vergangener Tage. Nicht wenige Impfgänger im Dom empfinden die angepriesene Spritze als einzige Möglichkeit, um weiteren Isolationen zu entkommen und das Leben wieder in vollen Zügen genießen zu können. Dagegen verkörpert Barbaras Heldenmut die Wehr- und Standhaftigkeit der Christenheit, die auch im Angesicht von Tod und Verfolgung, ihrer Glaubensüberzeugung treu bleibt, selbst wenn dies Nachteile für das irdische Leben bedeuten würde. Eine Haltung, die aus der Kreuzesnachfolge erwächst und uns zum Punkt

3.) dem Aschenreliquiar im Kreuzbalken führt: Seit 1998 thront auf der Stirnseite der Barbarakapelle ein spätgotisches Kruzifix aus der Zeit um 1470, in dessen Längsbalken Erde sowie die Asche von Opfern aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Mauthausen eingelassen wurde. Dieser gekreuzigte Christus ist ein ständiges Mahnmal für die unverlierbare Würde des menschlichen Lebens und gegen die Gräueltaten der Menschenversuche in den Konzentrationslagern. Dass nun unter seinen durchbohrten Armen jener Impfstoff verabreicht wird, der höchst offiziell sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion auf der Vernichtung von menschlichen Zellen basiert, die aus geplanten Abtreibungen „gewonnen“ werden, ist eine herzzerreißende Beleidigung des Allerhöchsten durch den „Affen Gottes“ und bringt uns zum abschließenden Punkt

4.) der Umkehrung von Christi Erlösung: Jesus Christus opferte sein Leben freiwillig für das Leben der Welt. Der Mord unschuldiger Kinder, über deren Leib im Mutterschoß die Todesstrafe verhängt und deren Zellen und Organe für medizinische Experimente missbraucht wurden, ist eine unvergleichliche Verhöhnung von Christi Erlösungsopfer an Heiliger Stätte, ein lauter Schrei nach Sühne! In der Propagierung eines mit der Todsünde der Abtreibung befleckten Produkts als einzige Erlösung schwingt mehr als nur jenes finstere Lachen mit, von dem Eingangs die Rede war. Dieser lachende Triumph wird umso lauter, wenn man bedenkt, dass ebenjene Verkündigung im Heiligtum Gottes, unter den Augen des gekreuzigten Erlösers erschallt.

Die Deutung der „Zeichen der Zeit“ ist vor allem ein geistiger Vorgang, bei dem die „Augen des Glaubens“ mit Unterstützung der Vernunft die Führung übernehmen. Verschließt der Mensch jedoch seine geistigen Augen, so verliert er den spirituellen, allumfassenden, katholischen Blick auf die Realität. Er gerät in Gefahr, die Finsternis zu übersehen. Denn: „Das Auge ist die Leuchte Deines Leibes. Ist Dein Auge gesund, so ist Dein ganzer Leib im Licht. Ist aber Dein Auge krank, so ist Dein ganzer Leib in Finsternis. Wenn nun schon das Licht in Dir finster ist, wie groß wird erst die Finsternis sein!“ (Mt 6,22-23)