Das Allerheiligste Sakrament – Unsere Liebe und Freude, unsere Stärke, unser Trost!

05. Juni 2021
Quelle: Distrikt Österreich

Fronleichnam 2021 in Innsbruck

Ist eine Prozession inniger Ausdruck der Liebe, Ehrfurcht und Hochschätzung, die man durch einen feierlichen Umzug zum Ausdruck bringen möchte, wem gebührt sie mehr als unserem Heiland?

Umso größer unsere Freude nach all den Beschränkungen und Lockdowns wieder dem Herrn im heiligen Sakrament die Ehre zu erweisen, sie öffentlich kundzutun und zu bekennen!

Eifrige Hände bei der Vorbereitung, mit Geschmack und Vorfreude, alles ordentlich gereinigt und geschmückt, die Altäre geziert, den Blumenteppich mit viel Hingabe dekoriert ‒ so durften wir nach dem levitierten Hochamt in unserer Kapelle Maria Hilf mit den Priestern unseres Priorates dann eine regelrechte kleine Wallfahrt beginnen. Eine Wallfahrt sogar nicht nur zum Heiland und zum lieben Gott hin, sondern mit Ihm. Das erlaubt Er uns, damit wir wohl verstehen, dass unser Gott ein Gott der gütigen Gegenwart und der Nähe ist, unser Heiland ein Heiland, der uns allzeit durch unser Leben begleiten, segnen und stärken will. Darum verdient Jesus unsere Hingabe, unseren Lob und Dank, unser Zeugnis, angefangen vom Schmuck und Zier des Gotteshauses und der Prozession bis hin zum Festtagsgewand, zum Gesang und Gebet, zur Freude an diesem unserem herrlichsten Schatz, den uns der Herr auf Erden als Unterpfand seiner Liebe und unseres Glaubens, als Gnadenbrunn und Trostquell geschenkt. Unser Leben ist ja eine Wallfahrt zum Herrn hin, soll es wenigstens sein! Wenn fromme Wallfahrten zu heiligen Orten sehr löblich sind, solange sie in Maßen und kirchlicher Gesinnung geschehen, so vergessen wir doch nie die wichtigste Wallfahrt, wie uns das Fronleichnamsfest zuruft: Jene Wallfahrt zum Allerheiligsten, zur hl. Messe, zu Jesus und damit zu Gott im Sakrament, die eigentlich oft doch so nah, zu normalen Zeiten relativ einfach und gar nicht kostspielig ist. Da finden wir Kraft und Nahrung, Hilfe und Trost für Herz und Seele.

Als einst der Prophet Elias aus Enttäuschung über das Volk, wegen vieler Nachstellungen und Verfolgungen, wegen dem Misserfolg seiner Predigt und seines Eifers für Gott und den Glauben sich ganz niedergeschlagen, traurig, ja schwermütig in der Wüste unter einem Ginsterstrauch zum Sterben niederlegte ‒ „Genug ist es jetzt, o Herr! Nimm mein Leben hin…“ ‒ und dort erschöpft einschlief, weckte ihn ein Engel und forderte ihn auf: „Steh auf und iss!“ Da sah Elias ein Brot und einen Wasserkrug an seinem Kopfende. Er aß und trank und schlief erneut ein. Da weckte ihn der Engel ein weiteres Mal: „Steh auf und iss, denn sonst ist der Weg zu weit für dich!“ Mitunter braucht es eben häufigere Nahrung, damit das Ziel erreicht werden kann, zumal wenn es weit entfernt ist. Und Elias „ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte bis zum Gottesberg Horeb.“ (3. KG 19,4-8)

Ein Vorbild der heiligen Eucharistie! Auch wir sollen immer wieder aufstehen von all unseren Schwächen und Fehlern, aber auch in all unseren Kreuzen und Mühsalen, genährt und gestärkt von diesem heiligen Brote, dem Leib des Herrn, 40 Tage und 40 Nächte ‒ das bedeutet im geistlichen Verständnis der Heiligen Schrift den langen Weg bis zur Vollendung, bis zur Vollkommenheit ‒ unseren mitunter noch weiten Lebensweg zu unserer Bestimmung hin wandern. Nur in der Kraft dieses Brotes, dem Leib, dem Fleisch und Blut des Gottmenschen, werden auch wir unser Ziel zu erreichen vermögen, sonst wäre der Weg zu weit für uns, führt er doch bis zu den ewigen Hügeln: dem Gottesberg des Himmels!

Deshalb sei gepriesen, angebetet und verherrlicht das hochheilige Sakrament von nun bis in Ewigkeit, welches uns diesen Aufstieg zum Berge Gottes gewährt.  Amen.

Quelle: Pater Waldemar Schulz