45 Jahre Rückkehr zur überlieferten hl. Messe in Klagenfurt

07. Januar 2021
Quelle: Distrikt Österreich
Erste St. Hemma Kapelle, 1975 errichtet.

Am kommenden 15. September 2021 werden es genau 30 Jahre her sein, dass die kleine Kirche St. Hemma in Klagenfurt (Villacher Ring 5), feierlich eingeweiht und der historische Steinaltar neu konsekriert wurde. In den kommenden Monaten werde ich Ihnen einige kleine Beiträge zu unserer Geschichte bringen, über Priester und Gläubige berichten, durch einige Fotos einiges wieder vor unseren Augen lebendig werden lassen. Zunächst eine kleine Einführung mit einem zeitlichen Überblick.

Seit über 45 Jahren wird in unserem Haus am Villacher Ring die überlieferte Hl. Messe zelebriert. Nach den Änderungen in der katholischen Liturgie um das Jahr 1970 haben etliche Priester privat am tridentinischen Ritus in der Diözese Gurk festgehalten. Die Stimmung im Klerus gegenüber den Änderungen war ganz und gar nicht nur positiv, viele haben sehr darunter gelitten.

Am 16. Juni 1975 wurde die erste Hauskapelle vom Klagenfurter Dompfarrer Prälat Friedrich Vögel im Haus der Familie Fritz am Villacher Ring eingeweiht. In den ersten Jahren waren die Zelebranten der tridentinischen Messe in dieser Kapelle P. Hubert Osprian OFMCap aus dem Klagenfurter Kapuzinerkloster und Pfarrer Prof. Johannes Pettauer aus Altenmarkt, der konsequent am Tridentinischen Ritus festhielt. Auch P. Stefan Liedl SDB (Klagenfurt St. Ruprecht), P. Norbert Benischek OFM (Villach), Prof. Dr. Karl Reitbauer (Graz), P. Johannes Maria Lenz (Villach), Kaplan Gottfried Melzer (Innsbruck) waren regelmäßige Zelebranten und setzten sich persönlich so gut sie konnten für den Erhalt der tridentinischen Messe ein. Maßgebend war auch eine kleine, aber sehr wirksame Gruppe von Laien, die für den Erhalt der überlieferten Messe in der Diözese Gurk kämpften.

Zweite St. Hemma Kapelle seit den 80er Jahren im 1. Stock des Hauses Villacher Ring 5, mit dem Dreifaltigkeitsaltar (Ölgemälde aus der Schule von Paul Troger um 1740).

Am 14. September 1977 kam zum ersten Mal ein Mitglied der Priesterbruderschaft St. Pius X. nach Klagenfurt. Der Neupriester P. Josef Bisig sprach vor rund 70 Gläubigen über die Bruderschaft und das Priesterseminar Econe und zelebrierte auch am 15. September dann die Hl. Messe in der Hauskapelle. Am 22. und 23. September 1980 kam zum ersten Mal P. Georg Pfluger nach Klagenfurt, der in Folge regelmäßig auch Kärnten von Wien aus besuchte und das Klagenfurter Messzentrum der Priesterbruderschaft aufgebaut hat. P. Pfluger begann auch mit der Katholische Jugendbewegung (KJB) in Kärnten. P. Johannes von Walderdorff konnte hier dann gut weiter aufbauen und eine Reihe neuer Gläubiger kehrte zur katholischen Tradition zurück oder entdeckte sie erst.

Es sei auch erwähnt, dass in Klagenfurt in den 80er Jahren der aus Südtirol stammende Franziskaner P. Florin Kritzinger OFM am überlieferten Ritus der Hl. Messe festhielt und Gläubige aus ganz Kärnten seelsorglich betreute. Viele Gläubige unserer Bruderschaft waren zudem Beichtkinder des treuen Kapuziners P. Erwin Söter OFMCap., der auch seit den 80er Jahren in Klagenfurt lebte und sein goldenes Priesterjubiläum in St. Hemma feiern wollte, was seine Oberen aber verhindert haben.

Das Haus am Villacher Ring 5 (Familien Strießnig, Fritz, Weigl) kam in Folge in den Besitz der Priesterbruderschaft St. Pius X. Man richtete im 1. Stock des Hauses eine größere Kapelle für die wachsende Zahl der Gläubigen ein, schließlich bereitete man sich auf einen eigenen Kirchbau in Klagenfurt vor, der dann 1991 vollendet war. 

Hochaltar in der St. Hemma Kirche Klagenfurt.

Quelle: Pater Johannes Regele