23. Februar - Hl. Petrus Damiani

2019
Quelle: Distrikt Österreich

Fest des hl. Petrus Damiani, Bischof, Bekenner und Kirchenlehrer, † 1072 zu Faenza in Italien, Petrus Damiani lebte von etwa 1007 bis 1071 in Norditalien und erwarb sich große Verdienste als Reformer der Kirche. Er wurde von Papst Leo XII. 1828 zum Kirchenlehrer erhoben. Das Brevier gedenkt seiner am 23. Februar.

Petrus wurde in Ravenna von ehrbaren Eltern geboren. Als Säugling wurde er jedoch von seiner Mutter aus Überdruß über ihre vielen Kinder verstoßen; von einer Dienstmagd wurde er halbtot aufgefunden und gepflegt und seiner Mutter zurückgegeben, nachdem in ihrem Herzen das menschliche Empfinden wieder erwacht war. Bald verlor er beide Eltern und mußte wie ein niedriger Sklave unter der strengen Vormundschaft seines Bruders die harte Arbeit eines Knechtes verrichten. Damals legte er ein herrliches Zeichen seiner Frömmigkeit gegen Gott und seiner Liebe gegen seinen Vater ab; denn als er zufällig ein Geldstück fand, verwandte er es nicht dazu, um seinen Hunger zu stillen, sondern brachte es einem Priester, damit er das heilige Opfer für seinen Vater darbringe. Von seinem Bruder Damian, von dem er, wie berichtet wird, auch seinen Beinamen erhalten hat, wurde er gütig aufgenommen und auf seine Veranlassung hin in den Wissenschaften unterrichtet. In kurzer Zeit machte er darin solche Fortschritte, daß selbst seine Lehrer staunten. Er machte sich also in den freien Wissenschaften einen berühmten Namen und hielt darüber unter allgemeinem Beifall auch Vorlesungen. Dabei trug er, um den Leib dem Geiste unterwürfig zu halten, unter seinen weichen Oberkleidern ein rauhes Bußgewand und oblag eifrig dem Fasten, den Nachtwachen und dem Gebete. Als er in seiner Jugend eines Nachts von der Glut der Fleischeslust heftig geplagt wurde, stürzte er sich in das eiskalte Wasser eines Flusses und erstickte so die Flammen der brennenden Begierlichkeit. Ferner pflegte er alle Andachtsorte zu besuchen und den ganzen Psalter zu beten. Rastlos half er den Armen, lud sie häufig zu Tische und diente ihnen mit eigener Hand.

Um immer mehr in der Vollkommenheit zu wachsen, trat er zu Fonte Avellano in der Diözese Gubbio in das Kloster vom heiligen Kreuz ein, das vom heiligen Ludolf, einem Schüler des heiligen Romuald, gegründet worden war. Bald darauf wurde er von seinem Abt in das Kloster zu Pomposa und dann in das vom heiligen Vinzenz von Perugia geschickt und brachte in beide Klöster durch seine heiligen Worte, durch treffliche Verordnungen und durch seinen heiligen Wandel einen neuen Geist. Später kehrte er zu den seinen zurück und wurde nach dem Tode des Abtes mit der Leitung der Klosterfamilie von Avellano betraut. Diese förderte er durch Errichtung neuer Klöster an verschiedenen Orten und durch andere heilsame Einrichtungen derart, daß er mit Recht als der zweite Stifter des Ordens und als eine besondere Zierde desselben gilt. Seine segensreiche Wirksamkeit erfuhren auch andere Orden, Stifte von Kanonikern und Städte. Der Diözese Urbino hat er öfters nützliche Dienste erwiesen, hat dem Bischof Theuzo in einer besonders wichtigen Angelegenheit beigestanden und ihm mit Rat und Tat in der rechten Verwaltung seines Bischofsamtes geholfen. Durch eifrige Betrachtung göttlicher Dinge, durch körperliche Abtötungen und durch andere Übungen wahrer Heiligkeit ragte er hervor. Infolgedessen ernannte ihn Papst Stephan IX. trotz seiner Weigerung und seines Widerstrebens zum Kardinal der heiligen römischen Kirche und zum Bischof von Ostia. Glänzend verwaltete Petrus diese Ämter und lebte so, wie es einem Bischof geziehmt.

In jener schwierigen Zeit wurde er infolge seiner Gelehrsamkeit durch Übernahme von Gesandtschaften und anderen Arbeiten eine starke Stütze für die römische Kirche und den Papst. Gegen die Ketzerei der Nikolaiten und das Laster der Simonie kämpfte er mit größter Entschiedenheit bis zu seinem Tode. Dann versöhnte er die Kirche von Mailand mit der römischen. Den falschen Päpsten Benedikt und Kadalous setzte er starken Widerstand entgegen. Heinrich IV., König von Deutschland, hielt er von der unerlaubten Ehescheidung ab; die Bürger von Ravenna brachte er wieder zum schuldigen Gehorsam gegen den Heiligen Stuhl; die Stiftsherren von Velletri veranlasste er ein heiligeres Leben zu beginnen. In der Provinz Urbino war kaum eine Diözese, um die sich Petrus nicht verdient gemacht hätte; der von Gubbio, die ihm eine Zeitlang anvertraut war, half er aus vielen Mißständen. Auch anderer nahm er sich, wenn es nottat, genau so an, als wenn sie seiner eigenen Obhut anvertraut wären. Auch nachdem er die Kardinals- und Bischofswürde niedergelgt hatte, ließ er von seinem Eifer, dem Nächsten zu helfen, nicht ab. Er hat auch das Fasten am Freitag zu Ehren des heiligen Kreuzes Jesu Christi, die Tagzeiten von der heiligen Gottesmutter und ihre besondere Verehrung am Samstag verbreitet. Die Sitte, sich selbst zu geißeln, zur Sühne für die Sünden, hat er gefördert. Schließlich ging er, infolge seiner Heiligkeit und Gelehrsamkeit, seiner Wunder und seiner glänzenden Wirksamkeit berühmt, auf der Rückreise von einer Gesandtschaft nach Ravenna, am 22. Februar in Faenza zu Christus ein. Sein Leib wurde durch viele Wunder verherrlicht. Er wird zu Faenza in der Kirche der Zisterzienser vom Volk hoch verehrt. Die Bürger von Faenza haben schon öfters in großer Gefahr seine Hilfe erfahren und haben ihn zu ihrem Patron erwählt. Papst Leo XII. hat das Stundengebet und die Messe zu seiner Ehre, die wie von einem Bekenner und Bischof schon in einigen Diözesen, sowie im Kamaldulenserorden gefeiert wurden, auf Antrag der heiligen Ritenkongregation unter der Zufügung des Titels Kirchenlehrer auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Kirchengebet

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: laß uns den Mahnungen und dem Beispiel Deines hl. Bekenners und Bischofs Petrus folgen, damit wir durch Verachtung der irdischen Dinge die ewigen Freuden erlangen. Durch unsern Herrn.

Quellen: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962