10. Juli - Hll. Sieben Brüder und hll. Rufinus und Secunda

10. Juli, 2018
Quelle: Distrikt Österreich

Fest der hll. Sieben Brüder, Martyrer, † 162 (?) zu Rom, un der hll. Rufina und Secunda, Jungfrauen

Die sieben Brüder, Söhne der heiligen Felizitas, wurden zu Rom in der Verfolgungszeit unter Markus Aurelius Antoninus vom Statthalter Publius zuerst durch Schmeicheleien, dann unter Drohungen aufgefordert, dem christlichen Glauben zu entsagen und die Götter zu verehren. Da sie aber in ihrer Standhaftigkeit und auf das Zureden ihrer Mutter hin im Bekenntnis des Glaubens festblieben, wurden sie auf verschiedene Weise getötet. Januarius wurde mit Bleiruten zu Tode gegeißelt, Felix und Philippus wurden mit Stöcken geschlagen, Silvanus wurde aus großer Höhe herabgestürzt, Alexander, Vitalis und Martialis wurden enthauptete Ihre Mutter erhielt 4 Monate später ebenfalls die Palme des Martyriums; ihre Söhne opferten am 10. Juli dem Herrn ihr Leben.

Die beiden Schwestern Rufina und Sekunda waren Jungfrauen aus Rom. Sie verweigerten die Ehe mit Armentarius und Verinus, denen sie von ihren Eltern versprochen worden waren, weil sie Jesus Christus Jungfräulichkeit gelobt hatten. Sie wurden darum unter den Kaisern Valerian und Gallienus festgenommen. Da der Statthalter Junius sie weder durch Versprechungen noch durch Drohungen von ihrem Entschluß abbringen konnte, ließ er zunächst Rufina geißeln. Während der Geißelung sprach Sekunda folgendermaßen zum Richter: Was tust du meiner Schwester Ehre, mir aber Schmach an? Laß uns doch beide zusammen geißeln, da wir doch auch beide zusammen Christus als Gott bekennen! Bei diesen Worten geriet der Richter in Wut und ließ beide in einen finsteren, abscheulichen Kerker werfen. Sogleich wurde dieser Ort von einem hellen Lichte und einem angenehmen Wohlgeruch erfüllt; nun wurden sie in einen siedendheißen Wasserbehälter geworfen. Als sie auch daraus unversehrt hervorgingen, band man ihnen einen Stein an den Hals und stürzte sie in den Tiber; aber ein Engel rettete sie. Nun wurden sie außerhalb der Stadt an der aurelianischen Straße beim 10. Meilenstein enthauptet. Ihre Leichen bestattete Plautilla. eine vornehme Frau, auf ihrem Landgut; später wurden sie nach Rom übertragen und in der Konstantinischen Basilika in der Nähe der Taufkapelle beigesetzt.

Predigt des hl. Bischofs Augustinus

Geliebte Brüder! Ein großes Schauspiel steht vor den Augen unseres Glaubens. Mit dem Ohr haben wir es vernommen, mit dem Herzen empfunden, wie diese Mutter sich danach sehnte, daß ihre Söhne vor ihr sterben, ganz im Gegensatz zu den gewöhnlichen Wünschen der Menschen. Denn alle Menschen wollen im Sterben ihren Kindern vorangehen, nicht ihnen folgen; diese Mutter aber wollte als letzte sterben. Sie verlor ja auch ihre Söhne nicht, sondern ließ sie nur vorangehen; sie achtete nicht auf das Leben, das sie beschließen, sondern auf das, das sie beginnen sollten. Sie hörten zwar zu leben auf, wo sie doch einmal sterben mußten, begannen aber zu leben, wo sie ohne Ende leben sollten. Und es ist zu wenig gesagt, daß jene Mutter zuschaute beim Martyrium, mit Staunen sehen wir, wie sie sogar dazu aufforderte. Sie war noch reicher an Tugenden als an Kindern. Sie schaute die Kämpfer und mit ihnen allen kämpfte sie selbst; und sie war Siegerin in allen, die siegten.

Quelle: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962