„Heilig-Haupt-Andachten“ in einer Zeit der Bedrängnis

18. März 2020
Quelle: Distrikt Österreich
Stadtpfarrkirche Klagenfurt

In einigen Tagen, zum 4. Fastensonntag, beginnt die Novene zur Vorbereitung des Festes des Heiligen Hauptes Unseres Herrn Jesus Christus (oder auch Dornenkronenfest), welches in der ganzen Diözese Gurk als Fest 2. Klasse am Montag in der Passionswoche gefeiert wird.

Diese in Österreich einzigartige Tradition hat ihren Ursprung in der Klagenfurter Stadthauptpfarrkirche St. Egid, der ältesten Kirche der Stadt, wo ein besonderes Gnadenbild des Heiligen Hauptes verehrt wird. Alljährlich wird in Erinnerung an die Errettung aus einer Pestepidemie seit Mitte des 18. Jahrhunderts in der Zeit zwischen dem 4. Fastensonntag und dem Montag nach dem 5. Fastensonntag eine besondere Andacht gehalten. Diese besteht meist aus täglichen besonderen Predigten und Novenengebeten sowie der Feier des eigentlichen Festtages.

Vor 270 Jahren, im Jahre 1749 erbat der Klagenfurter Magistrat während einer Epidemie, die unter den Bürgern der Stadt wütet, vom damaligen Stadtpfarrer Klein die Abhaltung einer Bittandacht zum Heiligen Haupt. Noch bevor diese Novene, die in die Fastenzeit jenes Jahres fiel, zu Ende war, ließ die Pest sichtbar nach, so dass Pfarrer Kleins Nachfolger Sigismund Rambichl Edler von Josefsfeld, ab 1750 auf Wunsch der Stadtväter die Heilig-Haupt-Andacht als fest installierte, die bis heute alljährlich überall in der Diözese abgehalten wird.

O Haupt, dass andrer Ehren und Kronen würdig ist: sei mir mit frommen Zähren, sei tausendmal gegrüßt! (Antependiumsinschrift des Hochaltares in St. Egid – Klagenfurt).

Quelle: Pater Johannes Regele

Salve, caput cruentatum
Arnulph von Löwen (* ? – † 1150)