Mitteilungsblatt Oktober 2017

Die drei Geheimnisse von Fatima • Fatima hin und zurück – Ein Reisebericht • 10.000 Pilger bei der Fatima-Wallfahrt 20 Fatima – Furcht und Hoffnung • Wir, die Fatima-Pilger, sind die Apostel des Königtums Christi • Weihe Russlands an das unbe eckte Herz Mariens • 100 Jahre Fatima – Das göttliche Siegel durch das Sonnenwunder • Msgr. Marcel Lefebvre – Die Messe und die christliche Zivilisation • Liturgischer Kalender • Termine und Ankündigungen • Exerzitien und Einkehrtage • Heilige Messen • Buch des Monats • Seine Wege

Die drei Geheimnisse von Fatima

Licht und Kraft in wirrer Zeit

Liebe Freunde und Wohltäter!

Mit dem gewaltigen Sonnenwunder am 13. Oktober 1917 erreichte die Botschaft von Fatima ihren Höhepunkt. Den damaligen nahezu hunderttausend Augenzeugen musste unter dem erschütternden Eindruck dieses Ereignisses klarwerden: Hier in Fatima verkündet der Himmel eine für das künftige Schicksal der Welt entscheidende Botschaft, die mit entsprechend überwältigender Beweiskraft beglaubigt wird! „Damit alle glauben“, wie die Gottesmutter selbst sagte.

Es soll hier versucht werden, diese entscheidende Bedeutung von Fatima in knapper und doch umfassender Form zu beleuchten. Zwei große Geschenke wurden uns vor hundert Jahren gemacht:
 

  • Fatima ist eine göttliche Orientierungshilfe in den Wirren der Zeit. U. L. Frau hat präzis erklärt und prophezeit, was heute in der Welt vor sich geht, welche Stunde geschlagen hat, welche Kräfte das Weltgeschehen bestimmen und was jeder einzelne zu tun hat.
  • Es werden uns die Mittel zur Rettung und Bekehrung der Menschheit angeboten.

Wenn wir fragen, welche Stunde denn geschlagen hat, so antwortet Sr. Lucia: „Der Teufel ist daran, die Entscheidungsschlacht gegen die Madonna zu führen. Darum sind der Welt zwei letzte Rettungsmittel gegeben: die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariä und der hl. Rosenkranz!“

Eröffnung der Entscheidungsschlacht des Teufels im Jahre 1917

Seit dem Sündenfall im Paradies ficht der Teufel und sein Anhang fanatisch gegen die Madonna und ihre Kinder, doch tritt dieser unablässige Kampf zwischen Gut und Böse im Jahre 1917 in seine alles entscheidende Phase. Vier folgenschwere Ereignisse dieses Jahres sind Fanal und zugleich Schlachtruf. Auf der einen Seite bläst die Partei Satans ins Kriegshorn durch den Ausbruch der Oktoberrevolution sowie die frech-herausfordernde Demonstration der Freimaurer vor dem Petersdom in Rom anlässlich ihrer 200-Jahrfeier ihrer Gründung mit Parolen wie „Satan wird im Vatikan herrschen, und der Papst wird sein Diener sein“. Auf der anderen Seite ruft in Fatima U. L. Frau alle Menschen guten Willens unter ihr Banner und beauftragt in Rom den jungen Ordensbruder Maximilian Kolbe mit der Gründung der Militia Immaculatae.

Vollzug der Entscheidungsschlacht auf drei Ebenen

U. L. Frau erklärt in ihren drei Geheimnissen im Detail die dramatische Abwicklung des Kampfes, der auf drei Ebenen ausgefochten wird. Dies zu begreifen ist sehr wichtig, damit die Rettungsmittel des Himmels in ihrer ganzen Bedeutung erfasst und angewendet werden können. Wenn auch das dritte Geheimnis noch nicht vollständig bekannt ist, lassen sich doch durch diverse Anspielungen jener, die es gelesen haben, gewichtige Aussagen machen. Zudem antwortete Sr. Lucia auf diesbezügliche Fragen indirekt: „Lest in der Geheimen Offenbarung nach. Die Zeit, in der wir leben, wird im 12. und den nachfolgenden Kapiteln beschrieben. Dort findet ihr, was in den drei Geheimnissen steht.“

Tatsächlich treffen wir in diesen Kapiteln auf besagte dreifache Strategie des Teufels.

1) Kampf des Feuerdrachens auf der individuellen Ebene

„Am Himmel erschien ein großes Zeichen: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von 12 Sternen“ (Apk 12,1). Hier wird zunächst die von der Herrlichkeit Gottes durchflutete Gegenspielerin vorgestellt, ganz eins mit der Sonne, dem Symbol Christi.

„Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein großer feuerroter Drache ... die alte Schlange, die Satan heißt“ (Apk 12,ff). – Der Drache versucht erfolglos die Frau zu besiegen. Wutentbrannt geht er hin, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Kindern. Die erste und letztlich einzige Absicht des Drachens ist es, soviele Seelen wie nur möglich für Zeit und Ewigkeit zu verderben, um dadurch auch die große Frau zu treffen! Genau dies wird im ersten Geheimnis von Fatima dargestellt. Maria zeigt den Seherkindern die Hölle, einen riesigen Feuerpfuhl, und mitten drin die Teufel und die verdammten Seelen.

Doch gleich danach bietet sie das Rettungsmittel an: „Ihr habt die Hölle gesehen, auf welche die armen Sünder zugehen. Um sie zu retten, will Gott die Verehrung meines Unbefleckten Herzens auf der Welt verbreiten!“ In diesem Herzen besteht also nach dem Willen Gottes das Rettungsmittel für die Sünder und das Unterpfand des Sieges gegen das Heer Satans.

2) Kampf der „Bestie“ auf der politischen Ebene

Der Teufel spannt für seine Entscheidungsschlacht auch die politisch-gesellschaftlichen Kräfte ein: „Ich sah aus dem Meer eine Bestie aufsteigen mit sieben Köpfen, auf jedem Kopf gotteslästerliche Namen. Der Drache gab dem Tier seine Kraft und gewaltige Macht. Es wurde ihm auch gestattet, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu besiegen! Ja es ward ihm Gewalt verliehen über alle Geschlechter und Völker!“ (Apk 13). Nach den Schriftauslegern bezeichnet diese Bestie eine antichristliche politische Macht im Dienst Satans: die Freimaurerei und den Kommunismus sowie die von ihnen beherrschten antichristlichen Regierungen, wie im geschichtlichen Rückblick leicht ersichtlich ist.

Genau davor warnt die Gottesmutter im zweiten Geheimnis: Sie fordert zunächst die Weihe Russlands an ihr Herz und die Sühneandacht der ersten Monatssamstage. „Wenn man meine Bitten erfüllt, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, so wird es seine Irrtümer auf der ganzen Welt verbreiten und Kriege und Kirchenverfolgungen hervorrufen. Die Guten werden gemartert werden ...“

Ist es nicht staunenswert, wie diese Prophezeiungen seit hundert Jahren – und vor unseren Augen – sich erfüllen? Die Kommunisten haben mit tatkräftigster Unterstützung der Freimaurer ihre Irrtümer tatsächlich überall auf der ganzen Welt verbreitet, die eine Hälfte ist ihrer blutigen Tyrannei verfallen, die andere ihren totalitären kulturrevolutionären Ideen.

Als zweites bezweckt der Teufel, das ganze öffentliche Leben zu entchristlichen und seinem Einfluss zu unterwerfen, um dadurch die Menschen leichter manipulieren und tyrannisieren zu können. Die Freimaurer und Kommunisten gaben vor, auf der Welt das Paradies, eine gerechte Gesellschaft in Frieden, zu errichten. Das Gegenteil ist eingetreten.

Als Rettungsmittel bietet die heiligste Jungfrau wiederum ihr Herz an. Sie wünscht ausdrücklich die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz. Indes soll dadurch die Weihe aller Länder erreicht werden: Das durch die „Bestie“ Christus entrissene öffentliche Leben soll dem Herzen Mariä geweiht werden, und durch sie dem Herzen ihres Sohnes und seiner milden Herrschaft.

Die Gottesmutter wendet sich mit dieser ihrer Bitte insbesondere an die Großen dieser Welt, den Papst zusammen mit den Bischöfen und die Politiker. Überall, wo letztere auf diese Bitte gehört haben, wurden sie und ihre Länder mit wunderbarem Segen erfüllt. Portugal beispielsweise weihte sich dem Unbefleckten Herzen, wurde zum Land des Rosenkranzes, überwand in der Folge seine tyrannische freimaurerische Regierung und wurde – im Gegensatz zu Spanien – vor der kommunistischen Revolution sowie vor dem Zweiten Weltkrieg bewahrt!

3) Kampf des zweiten Tieres auf der religiösen Ebene

Der hl. Johannes sieht ein weiteres Tier mit zwei Hörnern wie ein Lamm, das aber wie der Drache redet und die Erdenbewohner dazu bringt, das erste Tier anzubeten. „Der falsche Prophet“, wie es später benannt wird, bedeutet eine religiöse Macht, die den Anschein der treuen Christusnachfolge wahrt – es sieht aus wie ein Lamm –, aber eine verfälschte Kirche im Sinne der Freimaurer errichtet. Soweit der Inhalt des Dritten Geheimnisses erschlossen werden kann, hat es exakt diese innerkirchliche Revolution, den große Abfall, die Anbiederung an die Welt und die Treulosigkeit vieler Hirten zum Thema.

Die Antwort des Himmels besteht wiederum im Unbefleckten Herzen Mariä, diesmal durch die vollkommene Hingabe der Gottgeweihten. Da der „falsche Prophet“ nur infolge der Lauheit und des Verrats der Hirten triumphieren konnte, wird der Sieg über ihn von treuen, heiligen Priestern und Ordensleuten kommen. Für Erzbischof Lefebvre war diese Einsicht der wesentliche Beweggrund für die Gründung seiner Priesterbruderschaft.

Triumph über das dreigestaltige Monster

Das Geheimnis von Fatima offenbart uns in einer grandiosen Vision das dreidimensionale Wirken Satans, wie wir es in der heutigen gesellschaftlichen und kirchlichen Realität tatsächlich vorfinden. Doch dieses Monster in drei Verkörperungen wird nicht endgültig triumphieren, sondern durch die sonnenumkleidete Frau besiegt werden mittels der Verehrung ihres Herzens und der Weihe an dasselbe – wie sie übrigens der hl. Maximilian Kolbe in vollendeter Form in den drei Stufen seiner Militia Immaculatae anstrebte.

U. L. Frau schenkt also klare Orientierung inmitten der heutigen „teuflischen Verwirrung“ (Sr. Lucia). Dadurch befähigt, das Weltgeschehen im Lichte Gottes zu beurteilen, dürfen wir uns durch die dramatischen Zeitverhältnisse weder entmutigen noch verführen lassen. Die Botschaft von Fatima ist eine Mahnung, den Ernst der Lage zu erkennen, vielmehr aber noch ein Hoffnungsanker, an den wir uns klammern, um im Glauben unerschütterlich treu und im Dienst Gottes in frohem Eifer auszuharren.

An uns liegt es, im Lichte U. L. Frau den uns gewiesenen Lebensweg tapfer zu gehen, ihre Mahnungen in heiliger Furcht zu beherzigen und den Rettungsanker dankbar zu ergreifen, auf dass unsere Weihe an das Unbefleckte Herz Mariä immer tiefer zur Realität wird, die unser Leben bestimmt als ein heiliges Rittertum im Dienst der Unbefleckten!

Mit herzlichem priesterlichem Segensgruß

Ihr Pater Stefan Frey