Mitteilungsblatt Juli 2017

Vogel-Strauß-Politik • Distrikt-Chronik von Österreich • Neue Kapelle in Miskolc • Ankündigung: Nationale Wallfahrt nach Mariazell • Diakonatsweihe in Zaitzkofen • Zwei Professfeiern bei den Sühneschwestern vom Heiligen Geist in Niedaltdorf • Kirche zu Ehren des Unbefleckten Herzens konsekriert • Von Chartres nach Paris • 100 Jahre Fatima – Die großen Geheimnisse vom 13. Juni 1917 • Martin Luther und die Sakramente • Msgr. Marcel Lefebvre – Die Hingabe an die Vorsehung • Liturgischer Kalender • Termine und Ankündigungen • Exerzitien und Einkehrtage • Heilige Messen • Buch des Monats • Aggiornamento

Vogel-Strauß-Politik – von der Blindheit des Geistes

Liebe Freunde und Wohltäter! 

„Wir haben uns symbolische Figuren wie den Teufel geschaffen, um das Böse ausdrücken zu können.“ Mit diesen Worten erregte der Generalobere der Jesuiten, Arturo Sosa Abascal, kürzlich Aufsehen. Eine solche Äußerung aus dem Mund eines der höchsten Kirchenmänner mag erschüttern, ist leider aber nicht wirklich überraschend, da sie eine in theologischen Kreisen weithin vertretene Auffassung widerspiegelt. Die ernsten Glaubenswahrheiten ins Reich der Legenden zu verbannen, gilt heutzutage als modern, up-to-date und aufgeklärt; man möchte sich schließlich nicht vor der ganzen Welt lächerlich machen. Die Liebe zur Welt verträgt sich indes nicht mit der Liebe zur Wahrheit. Denn sowohl die Existenz der Dämonen wie auch der für sie erschaffenen Hölle gehört zu jenen von Gott geoffenbarten Wahrheiten, die in der Heiligen Schrift bestens bezeugt und von der Kirche als Dogmen definiert sind. Das Offenkundige nicht wahrnehmen können oder wollen, nennt man Blindheit des Geistes, nach dem hl. Thomas von Aquin eine der vier durch die Erbsünde verursachten Wunden der Seele. Die Blindheit des Geistes meint nicht in erster Linie einen Mangel an Verstandeskraft – auch hochintelligente Menschen sind oft von ihr geschlagen –, sondern sie besteht in einer seltsamen Kurzsichtigkeit, die weiterliegende, geistige und übernatürliche Realitäten jenseits der materiellen Welt nicht wahrnimmt. Wie weit diese Blindheit die Menschen erfasst hat, erkennt man an der Tatsache, dass das moderne Denken auf dem philosophischen Prinzip des Agnostizismus beruht, welcher jegliche übersinnliche Wahrheitserkenntnis in Abrede stellt. Für die Agnostizisten sind insbesondere die Fragen nach dem jenseitigen Leben und Schicksal des Menschen ein für immer versiegeltes Buch. Wobei für sie und die agnostizistisch angehauchten Theologen paradoxerweise doch eines sicher ist: Es gibt keine Hölle!

Wenn es je eine gefährliche Vogel-Strauß-Politik gab, dann doch diese. Man steckt den Kopf in den Sand. Man glaubt, wenn man die Augen vor dieser unangenehmen Realität verschließt, sei man von ihr befreit. Seit der Antike sagte man dem Vogel Strauß nach, dass er bei Gefahr den Kopf in den Sand stecke, was er in Wirklichkeit nicht tut. Die Menschen aber schon! Und wieviele Katholiken tun dies!

Diese Vogel-Strauß-Methode ist gerade kennzeichnend für die Geisteshaltung der heutigen Zeit. Noch nie wurden die unvergänglichen Wirklichkeiten, insbesondere die Sorge um das ewige Heil und die Gefahr der ewigen Verdammung so systematisch ausgeblendet wie heute.

Darum wäre es vordringliche Aufgabe der Kirche, die blind dahinlebenden Menschen auf diese ernsten Wahrheiten hinzuweisen, ihnen klar zu machen, dass sie eine Seele haben, die sie für ihr ewiges Leben retten müssen. Doch genau das Gegenteil geschieht! Und wenn vereinzelt Priester es wagen, an den Ernst des Lebens zu erinnern, werden sie drangsaliert oder gar entlassen. Wenn sich zahlreiche Hirten der Kirche je eine Pflichtvergessenheit vorwerfen lassen müssen, dann diese sträfliche Unbekümmertheit um das ewige Heil der Menschen und die Unterdrückung jener, welche die Seelen tatsächlich noch himmelwärts führen möchten.

Als die Gottesmutter in Fatima erschien, wollte sie vorausschauend für diese schreckliche Blindheit des Geistes das Heilmittel darreichen. Vor genau 100 Jahren, am 13. Juli 1917, wurde den drei Seherkindern die Hölle gezeigt. Diese Vision war für sie so schrecklich, dass sie nach Aussage von Sr. Lucia gestorben wären, wenn sie nicht durch eine besondere Gnade Gottes am Leben erhalten worden wären.

Himmel oder Hölle, ewiges Glück oder ewige Qual, das ist in der Tat letztlich die wichtigste Frage im Leben eines jeden! Wie ist es möglich, sie glattweg auszuklammern?!

Einzig um uns von dieser Blindheit zu heilen, warnt unsere gütigste Himmelskönigin so eindringlich vor der Gefahr der Hölle und mahnt wiederholt, für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu opfern, damit sie nicht verloren gehen. Sr. Lucia sagte darum ganz folgerichtig: „Es ist nicht meine Aufgabe, der Welt die materiellen Strafen anzukündigen, welche sicher eintreffen werden, wenn die Welt nicht betet und Buße tut. Nein, meine Aufgabe ist es, allen die drohende Gefahr zu zeigen, in der wir uns befinden – die Gefahr, unsere Seelen für immer zu verlieren, wenn wir hartnäckig in der Sünde verbleiben.“

Da die Muttergottes zudem um die Hartnäckigkeit des Unglaubens weiß, kündigte sie am gleichen 13. Juli ein Wunder als göttlichen Beweis der Echtheit der Erscheinungen an: „Im Oktober werde ich ein großes Wunder wirken, damit alle glauben.“ Als sie am 13. Oktober ihre Verheißung erfüllte, sanken die nahezu 100.000 Augenzeugen vor der Wucht des Sonnenwunders erschüttert in die Knie, ob Gläubige, Atheisten oder Zweifler. Kein vernünftiger Mensch konnte die Evidenz der Fakten zurückweisen.

Möge doch U. L. Frau von Fatima im Jahr „ihres“ großen Jubiläums ihr Licht erneut über die Menschheit ausgießen, ihr die Augen für die wunderbare Welt Gottes öffnen und sie von ihrer Geistesblindheit heilen, damit (möglichst) alle von der Gnade angetrieben, mit Freude und Eifer den Weg zum Himmel beschreiten.

Ihr Pater Stefan Frey

 

Das erste und zweite Geheimnis vom 13. Juli 1917

„Weil mein Eifer ganz erkaltet war, schärfte sie (die Gottesmutter) uns von neuem ein: ‚Opfert euch für die Sünder und sagt oft, besonders aber, wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, aus Liebe zu dir und für die Bekehrung der Sünder, als Genugtuung für die Beleidigungen, die dem Unbefleckten Herzen Mariens zugefügt werden.’ Als die Muttergottes die letzten Worte aussprach, öffnete sie die Hände, wie sie es schon in den beiden vergangenen Monaten getan hatte. Das Strahlenbündel, das von dort ausging, schien in die Erde einzudringen, und wir sahen etwas wie ein großes Feuermeer, und in ihm versunken schwarze, verbrannte Wesen, Teufel und Seelen in Menschengestalt, die fast wie durchsichtige, glühende Kohlen aussahen. Sie wurden innerhalb der Flammen in die Höhe geschleudert und fielen von allen Seiten herab wie Funken bei einer großen Feuersbrunst, gewichtlos und doch nicht schwebend; dabei stießen sie so entsetzliche Klagelaute, Schmerzens- und Verzweiflungsschreie aus, dass wir vor Grauen und Schrecken zitterten. Es wird wohl bei diesem Anblick gewesen sein, dass ich den Schmerzensruf ausstieß, von dem die Leute erzählten. Die Teufel hatten die schreckliche und widerliche Gestalt unbekannter Tiere, waren jedoch durchsichtig wie glühende Kohle. Dieses Gesicht dauerte einen Augenblick; und wir müssen unserer gütigen himmlischen Mutter danken, dass sie uns vorher den Himmel versprochen hatte; ich glaube, sonst wären wir vor Schrecken und Entsetzen gestorben.“

„Gleichsam um ihre Hilfe zu erbitten, blickten wir zur Madonna auf; da sagte sie voll Güte und Traurigkeit: ‚Ihr habt die Hölle gesehen, auf welche die armen Sünder zugehen. Um sie zu retten, will der Herr die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt einführen. Wenn man das tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet und der Friede wird kommen. Der Krieg geht seinem Ende entgegen; wenn man aber nicht aufhört, den Herrn zu beleidigen, wird nicht lange Zeit vergehen, bis ein neuer, noch schlimmerer, beginnt; es wird das während des Pontifikates Pius‘ XI. geschehen. Wenn ihr dann eines Nachts ein unbekanntes Licht sehen werdet, so wisset, es ist das Zeichen von Gott, dass die Bestrafung der Welt für ihre vielen Verbrechen nahe ist: Krieg, Hungersnot und Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters.

Um das zu verhindern, will ich bitten, Russland meinem Unbefleckten Herzen zu weihen und die Sühnekommunion am ersten Samstag des Monats einzuführen.

Wenn man meine Bitten erfüllt, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, so wird es (Russland) seine Irrtümer in der Welt verbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche hervorrufen; die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; mehrere Nationen werden vernichtet werden ... (Hier folgt das dritte Geheimnis). Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren, der Heilige Vater wird mir Russland, das sich bekehren wird, weihen und der Welt wird einige Zeit des Friedens geschenkt werden. Portugal wird der wahre Glaube immer erhalten bleiben.

(II. Erinnerung von Schwester Lucia)