Mitteilungsblatt Jänner 2018

Steigende Christenverfolgung • Cantate Domino – Choralschulung • Distrikt-Chronik von Österreich • Die Gabe des Humors • Sarto-Verlag – Die Buchhandlung der Tradition • 1517–1917: Luthers Aufstand und die bolschewistische Revolution im Lichte Fatimas • Die zwölf Artikel des Glaubens • Die überlieferte Wahrheit gründlich darstellen • Msgr. Marcel Lefebvre • Die Heiligung der Ehe durch die Eucharistie • Liturgischer Kalender • Termine und Ankündigungen • Exerzitien und Einkehrtage • Heilige Messen • Buch des Monats • Das Beispiel

Steigende Christenverfolgung

Alle fünf Minuten eine Hinrichtung!

Die Verfolgung on Christen hat nach Angaben von Open Doors in den letzten zehn Jahren weltweit erheblich zugenommen. Das internationale christliche Hilfswerk erhebt jährlich die Zahl der verfolgten Christen in einem Weltverfolgungsindex, der jeweils im Jänner veröffentlicht wird. Auf Basis des vorliegenden Datenmaterials kann die Zahl der Christen, die starke religiöse Verfolgung erleiden, in den 50 Ländern des Index recht genau auf etwa 215 Millionen (!) beziffert werden und hat einen neuen Höchststand erreicht. Von der Weltöffentlichkeit kaum oder nur am Rande wahrgenommen, vollzieht sich heutzutage die schlimmste Christenverfolgung aller Zeiten! Über 100.000 Menschen werden jährlich um des Namens Jesu willen ermordet! Das bedeutet konkret, dass alle fünf Minuten jemand das Martyrium erduldet.

Seit Jahren führt das kommunistische Nordkorea den Weltverfolgungsindex an: Die 300.000 Christen können unter der Herrschaft von Kim Jong-un nur im Untergrund überleben. Etwa 70.000 von ihnen sind in den „Todeslagern“ Folter und härtester Zwangsarbeit ausgesetzt.

Hauptursache der zunehmenden Verfolgung sind indes die anderen Religionen. Islamische, hinduistische und buddhistische Staaten üben stets aggressiveren Terror gegen Christen aus. Im Sudan etwa lässt der islamistische Präsident Omar Bashir in den überwiegend von Christen bewohnten Nuba-Bergen Bomben abwerfen und zerstört christliche Schulen, Krankenhäuser und Kirchen.

Unser Ausblick auf das neue Jahr darf die dramatische Lage so vieler Glaubensbrüder und –schwestern, die brutal ermordet, vergewaltigt, unterdrückt und diskriminiert werden, nicht außer Acht lassen. Die verfolgten Christen müssen in unserem täglichen Gebet einen festen Platz haben, insbesondere bei der Feier des hl. Messopfers, „von dem jedes Martyrium seinen Ursprung hat“.[1] Wir bilden mit ihnen zusammen den mystischen Leib Christi, die Gemeinschaft der Heiligen. Durch unser Beten und Opfern helfen wir ihnen, in ihren Leiden die übernatürliche Hoffnung zu bewahren und bis in den Tod treu zu bleiben. Andererseits soll ihr stilles Heldentum uns anspornen, selbst Ernst zu machen mit einem konsequenten Christenleben. Möge ein beherzter Vorsatz für das Neue Jahr uns der Glaubensgemeinschaft dieser Helden würdig machen. Wie beschämend wäre es indes, sein Leben möglichst bequem einzurichten und den Glauben tunlichst zu verbergen, wo ein offenes Zeugnis geboten und nützlich wäre.

„Das Blut der Martyrer ist der Same der Christenheit!“ Dieser urchristliche Sinnspruch gibt uns Hoffnung für die Zukunft. Die Leiden der verfolgten Christen sind nicht vergeblich, im Gegenteil. Sie bewirken Sühne für die lauen und treulosen Katholiken und bereiten eine wahre Erneuerung der Kirche sowie die Bekehrung der Völker vor!

Von Herzen wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr des Heils 2018.

Pater Stefan Frey

[1] Stillgebet vom Donnerstag nach dem 3. Fastensonntag.