FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Missions-Fastenopfer FSSPX Österreich

09. März, 2017

Unterstützung der Mission in der Dominikanischen Republik

Pater Martin Huber

Mit dem Fastenopfer des österreichischen Distrikts soll heuer die Mission der Priesterbruderschaft in der Karibik unterstützt werden. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen mit diesem Artikel das blühende Missionspriorat Sagrado Corazón de Jesús, das Herz-Jesu-Priorat, im kleinen Dorf La Gina in der Dominikanischen Republik vorstellen.

Die Dominikanische Republik ist eine Nachbarinsel von Kuba und gehört zu den sogenannten vier großen Antilleninseln. Von Norden her wird die Küste dieses Landes von den Wassern des Atlantik umspült, von Süden her branden die aggressiven Wogen des karibischen Meeres an die steinigen und oft zerklüfteten Felsenküsten. Im Osten der ca. 440 km langen Insel liegt der Staat Haiti, der etwa ein Viertel des Territoriums dieser Karibikinsel einnimmt.

Die Dominikanische Republik hält gegenüber den anderen Staaten des amerikanischen Kontinents viele „Rekorde“. Da Christoph Kolumbus bei der Entdeckung der „Neuen Welt“ im Jahre 1492 seinen Fuß als erstes auf das Festland dieser Insel setzte und von dort aus seine übrigen Expeditionen zur Ergründung des neuen Kontinents unternahm, steht in der Dominikanischen Republik die älteste Kathedrale Amerikas. Es befinden sich dort die ältesten Klöster, und bis zum heutigen Tage ist der Kardinal-Bischof von Santo Domingo zugleich auch der Kardinalprimas von ganz Amerika. Ebenfalls ist die Universität von Santo Domingo, der Landeshauptstadt, die älteste Universität Amerikas.

Die Mission der Priesterbruderschaft St. Pius X. liegt im Inneren dieses Inselstaates, ca. 90 km nördlich des an der Südküste gelegenen Santo Domingo. Das Priorat ist umgeben von zahlreichen steil abfallenden Hügeln, die hauptsächlich für den Anbau von Kakaobäumen genutzt werden. Die sehr arme Bevölkerung wohnt zumeist in kleinen Holzhäusern, die oft nicht viel größer sind als unsere Gartenhäuschen. Da wegen des tropischen Klimas sehr viel Regen fällt, ist die Vegetation äußerst üppig, und überzieht die Hügel mit ihren dichten Kakao-, Kaffee- und Bananenpflanzen, mit ihren Orangen- und Mangobäumen und den Kokospalmen mit einem intensiven, reich schattierten und für die Augen sehr wohltuendem Grün.

Das Herz-Jesu-Priorat wuchs aus einer Mission heraus, die ein kanadischer Missionar, namens Father Roderick MacNeil (†1994), gegründet hatte und der der St. Franz-Xaver Missionsgesellschaft von Scarboro angehörte. Diesem äußerst seeleneifrigen Priester war es gelungen, seine Gläubigen zu großer Treue zum traditionellen Glauben und zum altehrwürdigen lateinischen Ritus der Heiligen Messe hinzuführen. Ab 1990 übernahmen allmählich die Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. dieses fruchtbare Apostolatsfeld, mussten aber hierfür mit dem Flugzeug von Kolumbien einfliegen.

Im Jahre 1995 konnte endlich das Priorato Sagrado Corazón de Jesús gegründet werden. Der erste Prior, Padre Porfirio Martínez, ein ehemaliger Katechismusschüler und späterer Katechet des kanadischen Padre Rodrigo, war von diesem zum Studium in unser Priesterseminar nach La Reja in Argentinien entsandt worden.

Heute wirken im Herz-Jesu-Missionspriorat vier Priester. Sie werden unterstützt von vier Schwestern der Priesterbruderschaft St. Pius X., die 2009 einen kleinen Konvent neben der Kirche gründeten. Das Priorat zählt heute rund 500 bis 600 Gläubige. Um die Lebendigkeit dieser Missionspfarrei zu illustrieren, seien einige statistische Zahlen aus dem vergangenen Jahr angeführt: 

Im Jahre 2016 wurde 70-mal das Sakrament der heiligen Taufe gespendet und 45 Kindern die heilige Erstkommunionen gereicht, 30 Personen erhielten das Sakrament der heiligen Firmung und es wurden drei Ehen eingesegnet. Die Katechismusgruppen außerhalb der Missionsschule umfassten 70 Kinder. Auch gingen aus dieser Mission bereits insgesamt drei Berufungen zum Priestertum hervor, die heute in den Reihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. als Priester wirken.

Neben der Pfarreiseelsorge führen die vier Patres mit Unterstützung der Schwestern und einem Lehrkörper von ca. 30 Personen eine große Schule, das Colegio Niño Jesús de Praga. Diese, 2003 gegründete und dem Prager Jesulein geweihte Schule, zählt mittlerweile mehr als 200 Schüler. Sie umfasst eine Vorschulklasse, die Grundschule für Buben und Mädchen, die von der 1. bis zur 8. Klasse geht, und eine Oberstufe (nur für Buben), die bis zur 12. Klasse und damit zur Hochschulreife führt. Eine der edelsten Früchte dieser Schule ist ein ehemaliger Schüler, der mittlerweile im argentinischen La Reja im Seminar studiert und sich auf das Priesteramt vorbereitet. Unter den jetzigen Schülern geben weitere Kandidaten hoffnungsvolle Anzeichen auf eine geistliche Berufung. Auch arbeiten bereits einige ehemalige Schüler heute als Lehrkräfte an dieser von den Behörden sehr angesehenen Schule.

Neben dem Pfarrei- und Schulapostolat betreuen die Priester auch mehrere, teilweise sehr weit entfernt gelegene Außenkapellen mit ca. 260 Gläubigen. In Santo Domingo, der etwa 1 Million Einwohner zählenden Landeshauptstadt, wird eine Gruppe von rund 50 Gläubigen betreut. Das Apostolat in der Landeshauptstadt ist sehr sehr wichtig, denn viele junge Gemeindemitglieder aus der Mission in La Gina ziehen nach ihrer Jugendzeit von dort weg, um dem ärmlichen und beschwerlichen Landleben zu entfliehen und um dafür in Santo Domingo wiederum ein ärmliches Großstadtleben zu führen. Um diese Seelen dort aufzufangen und ihnen einen festen Halt gegen die Gefahren bieten zu können, die von einer modernen Großstadt ausgehen, müsste dort dringend eine würdige Kapelle und ein passendes Haus gefunden werden. Leider aber konnte dieses seit langer Zeit bereits anstehende Projekt mangels materieller Mittel nicht verwirklicht werden.

Projekte

Als Padre Leandro Blanco, der jetzige Prior des Missionspriorates und Direktor der Schule, befragt wurde, was denn an Projekten und materiellen Anschaffungen für das Apostolat in der Dominikanischen Republik anstehe, nannte er in aller Demut und Bescheidenheit die folgenden sechs Punkte: 

  1. Für die Wasserversorgung in La Gina bräuchte es eine weitere Pumpe. In diesem Teil der Insel kommen weder Staat noch Gemeinden für die Wasserversorgung auf. Deshalb muss das Priorat sich selbst das nötige Wasser von einer am Berghang liegenden Quelle herbeipumpen, es aufbereiten, desinfizieren und dann aufspeichern. Das Missionspriorat jedoch übernimmt diese mühevolle Aufgabe nicht nur für sich selbst und die Schule, sondern für das gesamte Dorf. Am Eingang zum Prioratsgelände ist deshalb eine Wasserentnahmestelle installiert, an der sich alle Einwohner von La Gina kostenlos bedienen und Tag und Nacht Wasser entnehmen dürfen. Eine der notwendigen Ersatzpumpen fiel jedoch vor kurzem aus und müsste dringend durch eine neue ersetzt werden. 
  2. Auch die Stromversorgung ist in La Gina prekär. Oft gibt es Stromabschaltungen und manchmal sogar mehrere Tage andauernde Stromausfälle. Deswegen benützt das Priorat ein System von 12 Batterien und einem Stromumwandler (Inversor). Dessen Kapazität ist allerdings zu gering, und es bedürfte noch vier weiterer Batterien.
  3. Das Dach der Kirche müsste ausgebessert werden. Bei starkem Regen tropft an mehreren Stellen das Wasser in den Kirchenraum, was sogar unmittelbar neben dem Altar geschieht.
  4. Das Prioratsgebäude ist zu klein. Anfangs war dieses für nur zwei Priester konzipiert, mittlerweile aber wirken vier Priester im Priorat, und es müsste eine kleine Erweiterung um zwei Zimmer gemacht werden.
  5. Padre Blanco würde an der Außenfassade der Kirche gerne eine Rundnische für eine große Herz-Jesu-Statue einrichten. Im Priorato Sagrado Corazón de Jesús gibt es eine große Herz-Jesu-Bruderschaft. Die Herz-Jesu-Freitage werden dort mit allem Eifer gehalten und zum Herz-Jesu-Fest wird immer eine große feierliche Prozession abgehalten. Deswegen wäre eine solche Nische, die mit einer Glasscheibe geschützt und des Nachts beleuchtet würde, eine große Bereicherung. Eine fast lebensgroße Herz-Jesu-Statue hierfür ist bereits vorhanden.
  6. Seit Jahren schon versucht das Priorat, ein anliegendes kleines Grundstück zu erwerben, weil der Zugang zur Kirche sehr beengt ist. Bis jetzt war das unmöglich, aber seit neuestem wäre dieses Grundstück käuflich. Damit könnten dringend nötige Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem könnte auf diese Weise die zurzeit leider verdeckte Sicht auf die schöne, dem Kolonialstil nachempfundene Fassade der Missionskirche und den Glockenturm frei gemacht werden.

 
Dass die Mission der Priesterbruderschaft in der Dominikanischen Republik zur heutigen Blüte gelangen konnte, ist auch der opferfreudigen Großherzigkeit vieler großzügiger Spender zu verdanken. Falls auch Sie, liebe Gläubige, bereit sind, dieses Missionswerk durch Ihr Fastenopfer zu unterstützen, sind Ihnen die dortigen Patres, Schwestern und Gläubigen zutiefst dankbar und versichern Sie Ihres Gebetes.

Die Dominikanische Republik wurde vor neun Jahren, am 24. September 2008, von allen Bischöfen des Landes in einem öffentlichen und feierlichen Akt dem Unbefleckten Herzen der Gottesmutter Maria geweiht. Deswegen blieb das Land auch von dem schweren Erdbeben, das am 12. Januar 2010 Haiti heimgesucht hat, vollkommen verschont. In den Herzen der Menschen der Dominikanischen Republik herrscht eine innige Marienfrömmigkeit, und Nuestra Señora de la Altagracia, Unsere Liebe Frau von der hoch erhabenen Gnade, ist die ausdrücklich erwählte Patronin dieses gesegneten Karibikstaates. Maria aber, die Schatzmeisterin und Ausspenderin aller himmlischen Gnadengaben, die sich an Freigebigkeit nicht übertreffen lässt, wird die Großherzigkeit derjenigen, die diese ihrem Unbefleckten Herzen geweihte Mission mit Gebet und materiellen Opfern unterstützen, mit überreichen Gnaden vergelten.

Spenden 

überweisen Sie bitte mit dem Verwendungszweck Fastenopfer Dominikanische Republik an: 

Verein der Freunde der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Waldviertler Sparkasse Bank AG
IBAN: AT94 2027 2034 0001 0918
BIC: SPZWAT21XXX