FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

MI-Wallfahrt nach Rom

03. November, 2017

Am Abend des 6. Oktobers versammelten wir uns auf dem Flughafen Wien Schwechat, um die Reise in die Ewige Stadt anzutreten. Wir, ein Grüppchen der Gemeinde Graz im Alter von wenigen Wochen bis über sechzig Jahren unter der Führung von Pater Elias Stolz.

Nach einer fast unsanften Landung in Rom-Fiumicino, dem anschließenden Bustransfer zum Bahnhof, wo wir rechtzeitig zur abendlichen Zeremonie der Herstellung von Pappkartonbehausungen für Obdachlose kamen, und einem kleinen Fußmarsch im Regen, erreichten wir die Herberge Ostello Marello in der Via Urbana.

Am Samstag, nach der hl. Messe in der Kapelle der Bruderschaft, die sich nur wenige Schritte von der Herberge befand, besuchten wir die erste Basilika Santa Prassede, gleich in der Nähe der Herberge. Die hl. Praxedis, Jungfrau und Märtyrin, hat sich als Tochter reicher Patrizier in der Zeit der Christenverfolgung der Martyrer angenommen und deren Leichname in einer Zisterne des eigenen Hauses bestattet. In der Basilika befand sich auch die Geißelungssäule unseres Heilandes.

Wenige Schritte weiter betraten wir die erhabene Basilika Santa Maria Maggiore, eine der sieben Pilgerbasiliken. Die Schönheit und Pracht, die das Haus Gottes ziert, ist schlichtweg überwältigend. Vom marmorgezierten Fußboden bis zur goldbestückten Kassettendecke reiht sich ein Kunstwerk an das andere. Von besonderer Schönheit sind die frühchristlichen Mosaike der Apsis und der Apsisstirnwand. In der Confessio, dem tieferliegenden Bereich vor und unter dem Altar, kniet eine überlebensgroße Statue des Papst Pius IX. vor den Fragmenten der Geburtskrippe unseres Heilandes.

Am Nachmittag begab sich die Gruppe zur Basilika San Giovanni in Laterano. Die Lateranbasilika liegt einen kleinen Fußmarsch von etwa einem Kilometer südlich. Die Kleinsten durften mit einem mitgebrachten 2-Sitzer Sportcoupé und umweltfreundlichen Handantrieb reisen. Die Basilika ist die Ranghöchste der vier Papstbasiliken und geht in ihrer Gründung auf Kaiser Konstantin zurück.

Danach erklommen wir auf Knien die Stufen der Scala Santa, der Treppe des Palastes von Pontius Pilatus, die Jesus Christus emporgestiegen ist. Die Stiege wurde schon zurzeit der hl. Helena (326 n. Chr.) von Jerusalem nach Rom gebracht.

Am Abend ging es noch in die Basilika Santa Croce in Gerusalemme, die Heilig-Kreuz-Basilika, wo wir einige beeindruckende Kreuzesreliquien, wie die Inschrift, Stücke des Kreuzes, einen Nagel und Teile der Dornenkrone verehren durften.

Der Sonntag war von einigen weltlichen Besonderheiten umrahmt, wie dem Trevi-Brunnen, der Spanischen Treppe (Piazza di Spagna) und dem Piazza del Popolo. Dazwischen besuchten wir die Kirche Sant’Andrea delle Fratte, in der Alphonse Ratisbonne während einer Reise eine Marienerscheinung erhielt und darauf vom Judentum zum Katholiken und Ordensgründer konvertierte.

Der Montag war ganztägig dem Petersdom und dem Vatikan gewidmet. Die zweistündige Wartezeit vor der Sicherheitskontrolle hat sich aber mehrfach gelohnt. Die gewaltige Schönheit des Petersdoms wurde nur durch die Ignoranz säkularer Touristen geschmälert. Dafür leisteten wir Widerstand mit dem Rosenkranzgebet am Altar und Grab unseres Patrons, des hl. Papstes Pius X. Nachmittags führte uns ein Schweizer Gardist durch den Vatikan bis zur historischen Waffenkammer der Gardisten. Vor dem Gästehaus, in dem Papst Franziskus logiert, trafen wir den Primas von Österreich, Christoph Kard. Schönborn! Zufall oder Vorsehung?

Am Dienstag besuchten wir die Kirche Santa Maria Maddalena, das päpstliche französische Seminar mit der Kirche Santa Chiara, in dem Erzbischof Lefebvre studierte und die Basilika Santa Maria sopra Minerva, in der die hl. Katharina von Siena ruht. Die Heiligtümer liegen in der Nähe des Panteon, ein unter Kaiser Trajan gebautes römisches Bauwerk, das später in eine Kirche „umgeweiht“ wurde. Hier treffen kirchliche Erhabenheit und weltliche Anmaßung sichtbar aufeinander. Am Abend fanden wir uns in der Kirche Il Gesù des hl. Ignatius wieder, wo mit Musik und (italienischem) Kommentar das Bildnis des Jesuitengründers enthüllt wurde. Die neapolitanische Pizza, die wir anschließend genossen, passte als kulinarisches Extra gut auf die kulturellen Schmankerl.

Die Paulus-Basilika, San Paolo fuori le Mura, besuchten wir am Mittwochvormittag. Schon Kaiser Konstantin ließ eine Kirche über dem Grab des Völkerapostels bauen. Seit Gregor dem Großen (5. Jhdt.) ist die Kirche in Benediktiner Händen. Nach der schweren Beschädigung der Basilika bei einem Brand im Jahre 1823 wurde die Kirche mit großzügigen Spenden beinahe originalgetreu wiederaufgebaut. Welch beeindruckende Glanzleistung für Gottes Ruhm und Ehre! Insbesondere das große Apsismosaik ist ein Kunstwerk für sich.

Am Nachmittag durfte Pater Elias auf Einladung die Messe in der Kirche Santa Maria delle Grazie, unweit vom Vatikan, zelebrieren. Die besondere Verehrung eines gnadenreichen Marienbildes rundete die hl. Messe ab.

Am Donnerstag besuchten wir die Santa Francesca Romana al Palatino mit dem Grabmahl der hl. Franziska von Rom. Und weiter die Santa Maria in Aracoeli, die über eine breite Treppe auf den Kapitolshügel erreicht werden kann. Hier treffen wiederum reaktionäre Staatsmacht, das verdrängende „Denkmal“ des Vittorio Emanuele II., das erst 1927 fertiggestellt wurde, und Kirche hart aufeinander. In der, von außen kaum mehr sichtbaren, 80 m langen Franziskanerkirche wird ein wundertätiges Christkind, Santo Bambino, das viele Krankenheilungen bewirkt hat, in einer separaten Kapelle verehrt. Jenseits des Tibers befindet sich als Zentrum des Stadtteils Trastevere die älteste Marienkirche Roms Santa Maria in Trastevere. Wir bestaunten die prachtvollen Mosaike, die Apsis und Altarraum zieren. Nach dem kurzen Besuch der Karmelitenkirche Santa Maria della Scala besichtigten wir die Franziskanerkirche San Francesco a Ripa, wo in einer nun zur Kapelle umgebauten Zelle der hl. Franziskus bei seinem Rombesuch weilte. Den Abschluss des Tages durften wir in der Basilika Santa Cecilia erleben, die Stelle, wo die hl. Cäcilia unter Marc Aurel den Martyrertod erlitt.

Der Freitag führte uns in die Katakomben. Wir besichtigten die St. Sebastian Katakomben mit den eindrucksvollen unterirdischen Grabstätten der frühen Christenheit und dem Grab des hl. Sebastian, worauf die Basilika San Sebastiano errichtet wurde. Nach einem kleinen Spaziergang durch Grünanlagen beteten wir in der Kirche Domine Quo Vadis den Rosenkranz, eingedenk der Erscheinung des Herrn vor dem flüchtenden hl. Petrus. Die in den Felsen geprägten Fußabdrücke des Heilandes sind in der Kirche zu sehen. Nach der Rückkehr in das Zentrum von Rom erstatteten wir noch einen Besuch der Kirche San Pietro in Vincoli nahe dem Kolosseum, in der die Ketten des gefangenen hl. Petrus unter dem Altar aufbewahrt werden. In der Kirche befindet sich auch das Grabmahl von Papst Julius II. mit der berühmten Moses Skulptur von Michelangelo.

Samstag, zeitig in der Frühe mussten wir der Ewigen Stadt den Rücken kehren und wieder die Heimreise antreten. An dieser Stelle möchten wir uns mit einem herzlichen Vergelt‘s Gott bei unserem Reiseführer Pater Elias Stolz bedanken, der uns mit kompetentem Wissen und sicherer Führung das eindrucksvolle Rom nähergebracht hat.

Quelle: Dr. Ferdinand und Eva-Maria Jeindl