FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Drittorden: Rundbrief Nr. 1

13. September, 2017

Dritter Orden der FSSPX – von den göttlichen Tugenden leben

von Hw. Pater Waldemar Schulz

In den letzten Jahren ist eine Reihe neuer Mitglieder in den 3. Orden der Priesterbruderschaft St. Pius X. eingetreten und neben Wien haben sich auch einige andere Gruppen mit eigenen Treffen gebildet wie in Graz und Salzburg bzw. andere stehen im Begriff, sich zu bilden. Da macht es Sinn, die Mitglieder wie Interessenten durch einen kleinen Rundbrief etwa drei Mal im Jahr geistig zu verbinden und gleichzeitig über das zu informieren, was es mit dem 3. Orden auf sich hat und was es von ihm speziell für den österreichischen Zweig und überhaupt von der Bruderschaft, zu der ja die Ordensmitglieder ebenfalls recht eigentlich gehören, zu berichten gibt. So ist es auch in den Statuten vorgesehen, die S. E. Monseigneur Lefebvre entworfen hat; diese Aufgabe obliegt dem verantwortlichen Priester für den 3. Orden, der für einen Distrikt von den zuständigen Oberen dafür ernannt wird.

Den Geist des Ordenslebens im eigenen Leben verwirklichen

Der Eintritt in den 3. Orden soll mehr sein, als die bloße Einschreibung in ein frommes Werk oder zur größeren Verehrung eines Heiligen. Wir treten in einen Orden ein, d. h. das Ordensmitglied bleibt zwar äußerlich in der „Welt“, trägt kein Habit, arbeitet und lebt in seiner Familie, in seinem Beruf, seinem Haus oder Wohnung, hat keine eigentlichen Gelübde zu Armut, Keuschheit und Gehorsam und eigentlich verhältnismäßig geringe direkte Pflichten, aber will doch den Geist des Ordenslebens im eigenen Leben verwirklichen.

Das Mitglied strebt daher nach Vollkommenheit, denn der Ordensstand wird ja deshalb der „Stand der Vollkommenheit“ genannt, weil er objektiv, also von der Sache, von den Mitteln und Möglichkeiten her, die besten Voraussetzungen bietet, um quasi berufsmäßig – das prägt eben die Berufung zum Ordensstand entscheidend mit – nach christlicher Vollkommenheit zu streben. Ein Drittordensmitglied muß bemüht sein, echten Ordensgeist zu erlangen, zu wahren und ihn im Stand des Lebens in der Welt mit Geist und Wahrheit zu erfüllen.

Dabei hilft ihm der Orden, der dem Mitglied eine geistige Heimat bieten soll, der ihm Lebensregeln gibt je nach der geistigen Ausrichtung des Ordens; er gibt Hilfe durch die Regeln oder Statuten, durch die dem Stand in der Welt angepaßten, gemilderten Pflichten; er will durch die geistliche Führung des Ordens, die gemeinsamen Treffen, die Vorträge den Mitgliedern zugleich Stütze, Mut und Eifer verleihen bzw. in ihnen erneuern.

Glaube, Hoffnung und Liebe – Mitte des geistlichen Lebens

Besonders hilfreich und wichtig im Leben der Ordensleute sind die göttlichen Tugenden, in denen alle Menschen bewährt erfunden werden müssen, speziell aber Menschen mit Ordensgeist, denn dieser Geist lebt gerade von Glaube, Hoffnung und Liebe. Von dieser Mitte des geistlichen Lebens geht die Kraft zur Selbstüberwindung, zum Kreuz, zu den evangelischen Räten (Armut, Keuschheit, Gehorsam) aus.

Unter ihnen ist es die Hoffnung, die uns durch die mächtige und liebende Hilfe Gottes das ewige Leben erwarten läßt und alles, was zu dessen Erlangung notwendig ist. Die Tugend der Hoffnung muß übernatürlich sein, d. h. von Gott kommend und zu Ihm zurückführend; sie muß wirksam sein, d. h. unsere Gedanken, Worte und Werke immer wieder auf Gott und unser letztes Ziel hinleiten; sie muß fest und unerschütterlich sein, weil sie sich auf Gott, den Treuen, Allmächtigen, Unendlichen stützt und alles von Ihm allein erwartet und nicht auf Sand baut.

Im November gedenken wir der letzten Dinge des Menschen (Tod, Gericht, Weltende und Auferstehung des Fleisches, Himmel, Fegefeuer, Hölle) und dann alsbald begrüßen wir den Heiland an Weihnachten im Fleische; da bietet sich Gelegenheit, die Hoffnung zu stärken, mit Freude auf Gott zu schauen, unseren Schöpfer, Erlöser und Vollender, daß die Menschwerdung Unseres Herrn reiche Frucht in uns bringe und wir dem ewigen Ziel auch innerlich uns nähern und entgegenwachsen.

Quelle: 1. Rundbrief für den 3. Orden der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Österreich, 31.Oktober 2005