FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Donnerstag nach dem 2. Fastensonntag

15. März, 2017

« Wir bitten Dich, o Herr: verleihe uns den Beistand Deiner Gnade, auf daß wir, dem Fasten und Gebet mit gebührendem Eifer obliegend, von den Feinden des Leibes und der Seele befreit werden. Durch unsern Herrn Jesus Christus .... Amen.» (Kirchengebet am Donnerstag nach dem II. Fastensonntag)

Die Zusammenkunft der Gläubigen war an der Kirche Sankt Chrysogonus. Die Station ist dann in der Basilika der Gottesmutter in Trastevere.

Die Verehrung des hl. Martyrers Chrysogonus war in Rom sehr verbreitet, so daß sein Name sogar in den römischen Kanon Aufnahme fand. Die Basilika stammt aus konstantinischer Zeit.

Die Stationskirche zählt zu den ältesten Gotteshäusern Roms. Unter dem Hochaltar ruhen Papst Callistus und Papst Julius.

Lesung aus dem Propheten Jeremias (17, 5-10):

So spricht Gott, der Herr: „Verflucht sei der Mann, der sein Vertrauen auf Menschen setzt und Fleisch zu seinem Arme macht, und dessen Herz abtrünnig wird vom Herrn. Er wird wie eine Tamariske [so unfruchtbar] in der Wüste sein und das Gute nicht schauen, wenn es kommt. In der dürren Steppe, im salzreichen, unbewohnten Lande wird er wohnen. Gesegnet aber sei der Mann, der auf den Herrn vertraut, dessen Zuversicht der Herr ist. Er gleicht einem Baume, der, am Wasser gepflanzt, nach dem Bache hin seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht zu fürchten braucht, wenn die Hitze kommt. Sein Laub bliebt grün, zur Zeit der Dürre ist er ohne Sorge, und nimmer hört er auf, Früchte zu tragen. Bös ist der Menschen Herz, mehr als alles und unerforschlich; wer wird es durchschauen? Ich, der Herr, Ich durchforsche das Herz und durchprüfe die Nieren; Ich vergelte einem jeden nach seinem Wandel und nach der Frucht seiner taten“, spricht der Herr der Allmächtige.»

Auslegung der Lesung: «Die Lesung ist eine Vorbereitung auf die Evangelien-Perikope, das Gleichnis vom reichen Prasser. Zwei Menschentypen werden einander gegenübergestellt. Die einen machen sich die Erde zum Paradies und setzen ihre Hoffnung auf das Fleisch und ein fröhliches Leben, die anderen hingegen vertrauen auf den Arm des Herrn, wie auf eine unerschütterliche Mauer: Wer auf das Fleisch sich verläßt, wird mit dem Fleische zugrunde gehen, wer aber auf den Herrn hofft, wird nicht zuschanden.» (Kardinal Schuster, +1954)

«Die Lesungen dieser Fasttage sollen in unseren Herzen die Grundsätze christlicher Sitte stärken. Wenden wir einen Augenblick unser Auge von dem traurigen Schauspiel ab, welches uns die Bosheit der Feinde des Erlösers bietet. Betrachten wir dafür einmal uns selbst, damit wir auch unsere Wunden kennen lernen und das Heilmittel für dieselben finden. Der Prophet Jeremias zeigt uns heute den Menschen in zweierlei Lagen. Welches ist nun unsere Lage? Es gibt da einen Menschen, der sein Vertrauen auf Fleisch und Blut setzt, d.h. einen solchen, der sein Leben nur vom irdischen Standpunkt aus betrachtet, der in allem weiter nichts sieht, als die Geschöpfe und auf diesem Wege dahin kommt, das Gesetz des Schöpfers zu verletzen. Diesem tieferen Grund entstammen alle unsere Sünden. Wir haben unsere ewigen Ziele aus dem Gesicht verloren und die dreifache Begierde hat uns verführt. Wir müssen uns nun beeilen zum Herrn, unserem Gott, zurückzukehren. Sonst haben wir das von dem Propheten dem Sünder angedrohte Los zu fürchten.» (Dom Prosper Gueranger, +1875)

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (16, 19-31):

Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Vor seiner Tür lag ein Armer namens Lazarus, mit Geschwüren ganz bedeckt. Wie gern hätte er mit dem, was vom Tische des Reichen abfiel, sich gesättigt [aber niemand gab es ihm]. Sogar die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. 

Da starb der Arme und wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Doch auch der Reiche starb und ward [in die Hölle] begraben. 

Als er in der Hölle mitten in den Qualen seine Augen erhob, sah er in der Ferne Abraham und in dessen Schoß den Lazarus. 

Da rief er: 'Vater Abraham! Erbarme dich meiner, sende den Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; ich leide große Qual in dieser Glut.' 

Abraham jedoch erwiderte: 'Kind, bedenke, dir ist es in deinem Leben gut ergangen, dem Lazarus hingegen schlecht. Jetzt wird er hier getröstet, du aber wirst gepeinigt. 

Zu alledem gähnt zwischen uns und euch eine weite Kluft, damit keiner von hier zu euch hinüber kann und keiner von dort zu uns, selbst wenn er wollte.' 

Darauf sprach jener: 'Dann bitte ich dich, Vater, sende ihn in mein väterliches Haus. 

Ich habe nämlich noch fünf Brüder. Die soll er warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.'  Abraham indes entgegnete: 'Sie haben Moses und die Propheten; auf diese sollen sie hören.' 

Doch er entgegnete: 'Nein, Vater Abraham; wenn einer von den Toten zu ihnen käme, dann würden sie sich bekehren.' 

Er aber sprach zu ihm: 'Wenn sie auf Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstünde.'

 

Auslegung des Evangeliums: «Die Wahl des heutigen Gleichnisses vom reichen Prasser wurde bestimmt durch die nahe bei der Titelkirche gelegene Garküche; seine Auslegung ergab sich ganz von selbst: Der reiche Prasser ist ein Bild für die Heiden, die, nach dem Worte des Apostels, ihren Bauch zum Gotte machen und ihr Leben in sinnlichen Genüssen und Überfluß hinbringen. Der arme Lazarus stellt die Christen dar, die oft aller zeitlichen Güter beraubt ihren Kreuzweg in Demut, Bedrängnis und Armut gehen. Das bezeugt die Geschichte der Kirche in den Jahrhunderten ihres Bestehens. Die Kirche ist ein Reis aus dem Kreuze Christi; daher kann das christliche Leben seine Natur nicht verleugnen und kann nicht glücklich sein nach den Begriffen der Welt. Einst wird aber der Tag anbrechen, der die geknechtete Gerechtigkeit von ihren Banden befreien wird. Dann tragen Gottes Engel den armen Lazarus in Abrahams Schoß, der stolze Prasser aber wird in der Hölle begraben.» (Kardinal Schuster, +1954)

«In welche dichte Finsternis hat die Sünde die Seele des Menschen eingehüllt! Kluge und vorsichtige Menschen, welche in der Besorgung ihrer irdischen Angelegenheiten niemals einen falschen Schritt tun würden, sind völlig verblendet. Sie benehmen sich geradezu blödsinnig, wo es sich um die Ewigkeit handelt. Welch’ schreckliches Erwachen im Jenseits, welch ein Übel ohne Heilung? Um die in der Parabel enthaltene Lehre noch auffälliger zu machen, spricht uns der Heiland nicht von einem entsetzlichen Bösewicht, welcher die Welt mit Abscheu vor seinen Bluttaten erfüllt hätte, von einem jener Unseligen, die jedermann gewissermaßen als der Hölle verfallen betrachtet. Durchaus nicht. Er bringt uns vielmehr einen Mann, der wie hundert andere ein ruhiges Leben führt, mit freundlichem Benehmen, der seiner Stellung etwas schuldig zu sein glaubt. Keine Gewalttat! Der Heiland sagt uns nur, daß er kostbar gekleidet war und alle Tage in Freuden lebte. Es gab wohl einen armen Bettler an seiner Türe, aber er tat demselben nichts zu Leide. Er hätte ihn wegjagen können, aber er duldete ihn, ohne ihn in seinem Elende zu beleidigen.  Warum soll nun dieser Reiche ewig in den Flammen verzehrt werden, die Gott in seinem Zorn entfachte? Weil der Mensch, der prächtig und in Freuden lebt, ohne bei dem Gedanken an die Ewigkeit zu zittern, ohne zu begreifen, daß er diese Welt gebrauchen muß, als ob er sie nicht gebrauche (1. Korinther 7,31), und dem Kreuze Jesu Christi fern bleibt, bereits von seinen schlechten Begierden überwunden ist. Hochmut, Habsucht, Prachtliebe machen sich sein Herz streitig und beherrschen sein Herz um so mehr, je weniger er daran denkt, diese schlechten Leidenschaften zu unterdrücken. Ein solcher Mensch hat überhaupt keinen Kampf. Er ist überwunden und der Tod herrscht in seiner Seele.» (Dom Gueranger, + 1875)

 

Gebet über das Volk

Lasset uns beten.

Neiget in Demut, euer Haupt vor Gott.

«Herr, stehe Deinen Dienern bei, und schenke den Bittenden Deine immerwährende Huld, um in ihnen, die sich Deiner als ihres Schöpfers und Lenkers rühmen, das Erworbene zu erneuern und das Erneuerte zu bewahren. Durch unsern Herrn Jesus Christus  ... Amen.»

 

Bild: Basilika Santa Maria in Trastevere