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Die Heiligung der Ehe durch die Eucharistie

18. Januar, 2018
Vermählung von Maria und Josef, Jan Baegert, 1505/1510

Am Fest der Erscheinung des Herrn feiert die Kirche gleich drei Wunder: das Wunder des Sterns, der die Drei Weisen zur Krippe führt, das Wunder der Taufe Unseres Herrn im Jordan und schließlich die Wandlung des Wassers in Wein bei der Hochzeit zu Kana. Bei der Auslegung dieses letzten Wunders unterstreicht Erzbischof Lefebvre vor den Seminaristen die Wichtigkeit des Sakraments der Ehe und ihren Zusammenhang mit dem Messopfer. 

Warum stellt man dieses Wunder – die Erscheinung und Taufe des Herrn – dem der Hochzeit von Kana gegenüber?

Es ist ausgesprochen wichtig zu bedenken, dass Unser Herr Jesus Christus wollte – und sicher nicht ohne eine ganz ausdrückliche Absicht seinerseits –, dass das erste Wunder im Moment einer Hochzeit vollbracht wurde. Und die Kirche hat von jeher die Gegenwart Unseres Herrn bei der Hochzeit von Kana als die Heiligung der Ehe und die Auszeichnung der Institution des Ehesakraments angesehen.

Denn wenn es in der Heiligen Kirche ein wichtiges Sakrament von solch herausragender Wichtigkeit gibt, dann ist es das Ehesakrament. Wir werden über die Heiligung der Ehe predigen müssen, meine lieben Freunde, diese Absicht Unseres Herrn zum Ausdruck bringen, dass Er die Ehe hat heiligen wollen. Und wie hat Er sie heiligen wollen? Schauen Sie einmal, mit welcher Feinheit Unser Herr all seine Gedanken zeigt, indem er Wasser zu Wein wandelt. Unser Herr hat sicherlich auch die Ankündigung der Heiligen Eucharistie aufzeigen wollen, die Ankündigung des Heiligen Messopfers, die Ankündigung der Transsubstantiation! Viel vollendeter, viel heiliger, viel außergewöhnlicher ist Brot, das sich in den Leib Unseres Herrn verwandelt, und Wein, der sich in das Blut Unseres Herrn verwandelt, als Wasser in Wein.

Es ist aber auch ein Zeichen, mit dem Unser Herr zeigen wollte, dass die Heiligung der Ehe durch die Heilige Eucharistie verwirklicht wird, durch die Andacht der Eheleute zum Hl. Messopfer und zum Altarsakrament. Daraus werden sie die Gnaden schöpfen können, um die Ehe so zu erfüllen, wie der liebe Gott es gewollt hat, im Besonderen für die Erziehung ihrer Kinder. Wenn es heute etwas gibt, das für katholische Eltern wirklich schwierig ist, so ist es das Gefühl, dass ihnen die christliche Erziehung ihrer Kinder aufgrund der vielen Skandale dieser Welt oft entgeht. Denn diejenigen, die die Familie beschützen müssten, die den Eltern helfen müssten, ihre Kinder christlich zu erziehen, genau die sind es, die sie in die Sünde führen, die sie weg von unserem Herrn Jesus Christus führen.

Welche Schmerzen und welche Dramen sich derzeit in den Familien abspielen. Was erhalten wir nicht für Briefe von untröstlichen Eltern, die uns an ehen, für ihre Kinder im Priesterseminar zu beten, für einen Sohn oder eine Tochter, der oder die sich vollständig von Gott entfernt hat, jegliche religiöse Praxis abgelegt hat und in unmoralischen Verhältnissen lebt. Und das in tief christlichen und tief katholischen Familien.

Diese Gnaden der christlichen Kindererziehung kommen vor allem aus der Andacht, die die Eltern für das Hl. Altarsakrament haben müssen. Daraus werden ihre Kinder die Gnaden schöpfen können, derer sie bedürfen, um all den Skandalen in der Welt zu widerstehen.

Schauen Sie, wie diese Feier der Erscheinung des Herrn die gesamte Mission des Priesters beschreibt: Mission zum Zeugnis, Mission zur Einheit der Kirche, zum Zeugnis der Wahrheit, zur Heiligkeit Unseres Herrn Jesus Christus; Mission zum Taufen, wie es Unser Herr verlangt hat; Mission zum Heiligen durch das Heilige Sakrament der Messe und der Eucharistie; das Sakrament der Ehe. Das ist ein ganzes Programm.

Nun gut, bitten wir heute darum, meine liebe Freunde, einen großen missionarischen Geist zu erlangen und so zu handeln, dass diese Vorbereitung, die Sie hier erhalten, Sie wahrhaftig vorbereiten möge, aus Ihnen Apostel zu machen, Apostel, die stets ihren Glauben an die Heiligkeit Unseres Herrn Jesus Christus bekennen und die wissen, dass sie genau in diesem Bekenntnis die notwendigen Gnaden erlangen, um die Seelen zu heiligen, die ihnen anvertraut werden.

Und lassen Sie uns auch nicht vergessen, dass die Heilige Jungfrau, die gleichzeitig mit den Heiligen Königen unseren Herrn angebetet hat, auch bei der Hochzeit von Kana anwesend war. Und das gilt auch für ihre Bitte, dass das Wasser in Wein verwandelt werden möge. Und daraus kann man auf eine gewisse Art schließen, dass auf die Bitte der Heiligen Jungfrau auch die Ehe geheiligt wurde und dass die Ehe auf gewisse Weise mit dem Heiligen Opfer der Messe und der Heiligen Eucharistie vereint ist.

Quelle: Predigt von Erzbischof Marcel Lefebvre in Ecône am Fest der Erscheinung des Herrn, 9. Jänner 1977