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Am 2. November begeht die Kirche den Allerseelentag

01. November, 2017

Fegefeuer

Nachdem ein Mensch durch die Gnade Vergebung seiner Sünde erlangt hat und in den Stand der Gnade zurückgeführt worden ist, bleibt er um Gottes Gerechtigkeit willen zu einer Strafe für die begangene Sünde verpflichtet.

Wenn er nun diese Strafe aus eigenem Willen von sich gefordert hat, sagt man, er leiste Gott ‚Genugtuung‘, insofern er nämlich mit Mühe und Strafe die durch göttlichen Einfluss eingerichtete Ordnung, die er durch die Sünde übertreten hatte, als er dem eigenen Willen folgte, erlangt, indem er sich für die Sünde bestraft.

Wenn er aber diese Strafe nicht von sich fordert, wird sie ihm von Gott auferlegt, weil nicht ungeordnet bleiben darf, was der göttlichen Vorsehung unterliegt.

Eine solche Strafe wird man nicht ‚Genugtuung‘ nennen, weil sie nicht aus der Entscheidung des Strafleidenden kam: sondern man wird sie ‚reinigend‘ nennen, weil der Mensch, wenn ein anderer straft, gleichsam gereinigt wird, bis alles, was in ihm ungeordnet war, wieder zur pflichtmäßigen Ordnung zurückgeführt worden ist.

Hl. Thomas von Aquin, Summe wider die Heiden, III c. 158