9. Oktober - Hl. Johannes Leonardi

09 Oktober, 2017
Quelle: Distrikt Österreich

Fest des hl. Johannes Leonardi, Bekenner, † am 9. Oktober 1609 zu Rom

Johannes Leonardi wurde als Kind frommer, ehrbarer Eltern in dem Dorf Diecimo unweit Lucca geboren. Er hatte schon in früher Jugend infolge seiner Liebe zur Einsamkeit und zum Gebet etwas Ernstes und Gereiftes an sich. Mit 26 Jahren wurde er von Gott gerufen zum Dienst in seiner Kirche; auf der Stelle sagte er allen weltlichen Sorgen Lebewohl. Er eignete sich zuerst zusammen mit den Knaben die Anfangsgründe des Lateinischen an und widmete sich dann dem Studium der Wissenschaften, der Philosophie und Theologie mit solchem Erfolg, daß er schon mach kaum vier Jahren im Gehorsam die heilige Priesterweihe empfangen konnte. Bald schloß er sich mit einigen vornehmen, edlen Jünglingen zusammen, leitete sie mit vielem Eifer im Streben nach Vollkommenheit, und gründete im nächsten Jahr eine Genossenschaft von Regulärklerikern, die er wegen seiner innigen Verehrung zur Gottesmutter nach dieser benannte. Sie brachten durch ihr eifriges Wirken eine große geistige Umwälzung zustande. In der Republik Lucca hatten hauptsächlich durch die Umtriebe und Verrätereien von Andersgläubigen unter den Bürgern heftige Feindschaften geherrscht, die guten Sitten waren mit Füßen getreten. Nun sah man dort in kurzer Zeit die ursprüngliche christliche Frömmigkeit Wiederaufleben.

Dies segensvolle Wirken brachte Johannes heftige Anfeindungen vonseiten gottloser Menschen. Diese suchten seine eben erst gegründete Genossenschaft mit allen Mitteln zu vernichten. Der Mann Gottes ertrug alles ruhig und freudig. Er erlangte von Papst Gregor XIII. die Bestätigung seiner Kongregation und hütete mit fester Hand die Früchte seiner apostolischen Tätigkeit. In schwierigen Angelegenheiten gebrauchten viele Bischöfe seinen Rat und seine Hilfe. Selbst der Papst beauftragte ihn mit der Lösung verwickelter Streitfragen und mit der Reform religiöser Genossenschaften. Dem heiligen. Joseph von Kalasanz und seiner fast erloschenen Kongregation stand er zur Seite. Nicht unbedeutend waren ferner seine Bemühungen zugunsten des Heilig-Geist-Spitals in Rom sowie zur Hebung des Klosters der Oblatinnen der heiligen Franziska von Rom.

Ein großer Schmerz war es ihm, daß so viele Völker in den fernen Ländern das Licht des Evangeliums entbehren müssen. So erwachte in ihm das sehnliche Verlangen, dorthin zu gehen und ihnen, das Licht des wahren Glaubens zu bringen. Doch vom hl. Philipp Neri, der ihn einen echten Reformator nannte, wurde er belehrt, daß er und seine Genossenschaft berufen seien, unter dem italienischen Volk zu wirken. Er fügte sich dem Willen Gottes. Doch wenn er den Ungläubigen irgendwie helfen konnte, tat er es ohne Zögern. So gründete er zusammen mit dem frommen Bischof Vives eine Priestervereinigung, die geeignete junge Menschen heranbilden sollte, die man dann zur Ausbreitung des Glaubens in die fernen Länder senden könne. Darum betrachtet man ihn mit Recht als den Gründer des ruhmreichen Instituts, das von den Päpsten noch weiter ausgebaut wurde und so hervorragende Dienste leistet in der Verkündigung des katholischen Glaubens auf der ganzen Erde. In gemeinverständlicher Form schrieb er mehrere Werke über Gegenstände der Theologie und der Moral. Unermüdlich war er tätig im Dienste Gottes bis er schließlich am 9. Oktober 1609 im Alter von 65 Jahren in Sack und Asche in Rom zum Herrn einging. Durch seine Heiligkeit und durch Wunder berühmt nahm ihn Papst Pius IX. in die Zahl der Seligen auf; Papst Pius XI. trug ihn am Osterfest 1938 in das Verzeichnis der Heiligen ein.

Quellen: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch 1962