34. Aber sagt Christus nicht, daß sein Reich nicht von dieser Welt sei?

14 Februar, 2018
Quelle: Distrikt Österreich

100 Fragen zur aktuellen Lage der Kirche

Christus betont gegenüber Pilatus, sein Königtum sei nicht von dieser Welt (Joh 18,36). Dies bedeutet, daß sein Reich nicht ein irdisches Reich ist wie die anderen Reiche dieser Welt. Wenn das Reich Jesu Christi also auch nicht von dieser Welt ist, so ist es trotzdem in dieser Welt.

Das Reich Christi ist nicht ein weltliches Reich von einer bestimmten Größe, das von Ministern und Beamten verwaltet und von Soldaten verteidigt wird, sondern es umfaßt alle Reiche der Welt, wie es in der 2. Vesperantiphon zum Christkönigsfest zum Ausdruck kommt: «Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Könige werden ihm dienen und ihm gehorchen». Darum wies Christus auch immer die falschen Erwartungen der Juden, nach denen der Messias ein großes irdisches Reich errichten sollte, zurück und lehnte es ab, sich von ihnen zum König ausrufen zu lassen (vgl. Joh 6,15).

Seine Herrschaft ist, wie Pius XI. in Quas primas lehrt, «vor allem geistiger Natur und betrifft die geistigen Belange.»[90] Der Papst fährt jedoch fort: «Andererseits würde derjenige sich schwer irren, der Christus als Mensch die Macht über alle zeitlichen Dinge absprechen wollte. Denn er hat vom Vater ein so unumschränktes Recht über alle Geschöpfe bekommen, daß alles seinem Willen unterstellt ist.»[91] Christus läßt also den irdischen Herrschern ihre Macht, verlangt aber, daß sie ihm in den Bereichen, die das ewige Ziel des Menschen betreffen, untertan sind.

[90] HK 77.
[91] HK 78.

Quelle: Katechismus zur kichlichen Krise, Pater Matthias Gaudron, Sarto-Verlag, 2017, 4. Auflage