14. Woran können wir erkennen, daß der katholische Glaube wahr ist?

20 September, 2017
Quelle: Distrikt Österreich

100 Fragen zur aktuellen Lage der Kirche.

 14. Woran können wir erkennen, daß der katholische Glaube wahr ist?

Christus hat die Wahrheit seiner Sendung durch die Wunder bewiesen, die er gewirkt hat. Darum sagt er: «Glaubt mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist. Wenn nicht, dann glaubt um eben der Werke willen» (Joh 14,11). Auch die Apostel wiesen sich durch ihre Wunder aus: «Sie gingen hin, predigten überall, und der Herr wirkte mit und bekräftigte das Wort durch die dabei geschehenden Wunder» (Mk 16,20). Wunder und wunderbare Ereignisse sind also der Ausweis der göttlichen Sendung der Kirche.

Wunder sind bis in unsere Zeit in der Kirche immer geschehen und die Tatsache, daß es Wunder gibt, ist niemals so sicher gewesen wie gerade in unserer Zeit, in der man durch die Erkenntnisse und Untersuchungsmethoden der modernen Naturwissenschaften noch viel mehr als in früheren Zeiten eine natürliche Erklärung ausschließen kann. Man komme hier nicht mit Autosuggestion und Halluzination. Eine Vermehrung von Lebensmitteln, die von vielen Personen, die in keiner Weise beeinflußt waren, gesehen wurde, die Auferweckung eines Toten oder die plötzliche Wiederherstellung eines fast vollkommen zerstörten Organs sind auf solche Weise nicht zu erklären. Die Kirche würde ein Ereignis nie als Wunder anerkennen, wenn es auch nur die geringste Möglichkeit einer natürlichen Erklärung gibt.[18]

 

Aber auch die Ausbreitung des Christentums stellt selbst ein Wunder dar, denn es ist eine natürlich nicht erklärbare Tatsache, daß zwölf ungebildete und einflußlose Fischer in kurzer Zeit große Teile der Welt bekehrten, und das gegen den Widerstand der Mächtigen und Einflußreichen.

Sicherlich können diese Wunder den Glauben nicht beweisen oder gar erzwingen, denn sonst wäre der Glaube nicht mehr Glaube, sondern Wissen. Sie zeigen aber, daß der Glaube nicht ein blindes und grundloses Vertrauen ist und nicht der Vernunft widerspricht, sondern es im Gegenteil sogar sehr unvernünftig ist, nicht zu glauben!

Daß schließlich die protestantischen Fraktionen des Christentums nicht wahr sein können, ergibt sich schon aus der einfachen Überlegung, daß diese spätere Abspaltungen von der Kirche Christi sind. Luther hat die Kirche nicht reformiert, wie er behauptete, sondern neue Lehren aufgestellt, die im Widerspruch zu dem stehen, was die Christen früher immer geglaubt haben. Wenn es z. B. immer eine Überzeugung der Christen war, daß die Eucharistie nur von einem geweihten Priester vollzogen werden kann und daß die hl. Messe ein wahres Opfer ist, wie kann es dann richtig sein, wenn nach 1500 Jahren plötzlich jemand etwas anderes behauptet? Oder wie kann die Anglikanische Kirche wahr sein, die ihre Existenz einzig und allein dem Ehebruch König Heinrichs VIII. verdankt?

Somit können wir mit Papst Leo XIII. feststellen: «Welches aber die wahre Religion sei, wird der mit Leichtigkeit erkennen, der klug und aufrichtig zu urteilen sucht: denn aus vielen und glänzenden Beweisen, aus der Bewahrheitung der Weissagungen, aus der Fülle der Wunder, aus der äußerst schnellen Verbreitung des Glaubens inmitten einer feindlichen Welt und trotz größter Hemmnisse, aus dem Zeugnis der Märtyrer und anderen ähnlichen Tatsachen geht klar hervor, daß die wahre Religion allein jene ist, welche Christus selbst gestiftet und mit deren Schutz und Ausbreitung er seine Kirche betraut hat.»[19]

[18] Wer hier mehr wissen will, sei auf die folgenden Werke verwiesen: W. Schamoni: Wunder sind Tatsachen. Stein am Rhein: o. J. H. Grochtmann: Unerklärliche Ereignisse, überprüfte Wunder und juristische Tatsachenfeststellung. Langen 1989. Dieses Buch ist die Doktorarbeit eines Juristen! F. Reckinger: Wenn Tote wieder leben. Aschaffenburg 1995. Dieses Werk beschäftigt sich auch ausführlich mit den Möglichkeiten der Suggestion und den angeblichen Wundern im nichtkatholischen Bereich. 

[19] Enzyklika Immortale Dei; MG 848.

Quelle: Katechismus zur kichlichen Krise, Pater Matthias Gaudron, Sarto-Verlag, 2017, 4. Auflage