FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

110 Jahre der Enzyklika Pascendi von hl. Pius X.

08. September, 2017

Die modernistische Sicht der Überlieferung

Das modernistische Prinzip der „religiösen Erfahrung“ wird auch auf die Überlieferung ausgedehnt. Sie wird dann als eine Art Mitteilung der ursprünglichen Erfahrung verstanden. Dadurch wird die Überlieferung, wie sie von der katholischen Kirche immer gelehrt wurde, vollständig zerstört.

Dehnen die Modernisten das Prinzip der religiösen Erfahrung auch auf die Überlieferung aus?

„Ein anderer Punkt ist in dieser Lehre, welcher der katholischen Wahrheit ganz entgegen ist. Das Prinzip der Erfahrung wird nämlich auch auf die Überlieferung ausgedehnt und dadurch wird diese, wie sie von der katholischen Kirche bisher verteidigt wurde, vollständig zerstört.“

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Die modernistische „religiöse Erfahrung“

Der modernistische „Glaube“ stützt sich nur auf die eigene „religiöse Erfahrung“ jedes einzelnen Menschen, nicht auf objektive Realität. Somit fallen die Modernisten in den Irrtum der Protestanten und der falschen Mystiker. Nach dieser irrigen Lehre von der „religiösen Erfahrung“ muß auch jede beliebige Religion für wahr gehalten werden.

Wie unterscheidet sich in demselben Modernisten der Gläubige vom Philosophen?

„Geht man nun zum ‚Gläubigen‘ über und will man wissen, wie dieser bei den Modernisten vom Philosophen sich unterscheidet, so ist zu beachten, daß der Philosoph zwar die Wirklichkeit des Göttlichen annimmt als Gegenstand des Glaubens, daß er diese Wirklichkeit aber nur im Geiste des Gläubigen findet als Gegenstand eines Gefühls oder einer Behauptung und somit überschreitet sie die Grenzen der Erscheinungswelt nicht. Ob aber diese Realität auch außerhalb dieses Gefühls und einer solchen Behauptung besteht, darum kümmert sich der Philosoph nicht. Für den Modernisten als Gläubigen ist es hingegen eine feste Tatsache, daß die Realität des Göttlichen in sich selbst bestehe und keineswegs vom Gläubigen abhänge. Fragt man, worauf denn diese Behauptung des Gläubigen sich stütze, so antworten sie: auf die eigene Erfahrung jedes einzelnen Menschen.“

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Modernistische „Veränderlichkeit“ des Dogmas

Die dogmatischen Formulierungen stehen – nach der modernistischen Irrlehre – in der Mitte zwischen dem Gläubigen und seinem Glauben; in Bezug auf den Glauben sind sie nur unzulängliche Zeichen seines Gegenstandes, die man allgemein Symbole nennt; in Bezug auf den Gläubigen aber sind sie nur Hilfsmittel. – Man kann also durch keinen Grund beweisen, daß sie die Wahrheit absolut enthalten. – Als Symbole sind sie Bilder der Wahrheit und deshalb müssen sie sich dem religiösen Gefühl anpassen, insofern dieses zum Menschen in Beziehung steht. Als Hilfsmittel sind sie Vehikel der Wahrheit und sind so dem Menschen anzupassen, insofern er zum religiösen Gefühl Beziehungen hat.

Sind nun diese dogmatischen Formeln, Symbole des Glaubens und Hilfsmittel des Glaubenden, doch wenigstens unveränderlich?

„Der Gegenstand des religiösen Gefühls ist in dem Absoluten enthalten und hat deshalb unendlich viele Erscheinungsweisen, wovon bald diese, bald jene hervortreten kann. Desgleichen kann der gläubige Mensch in den verschiedensten Lagen sich befinden. Folglich müssen auch die Formeln, die wir Dogma nennen, dem nämlichen Wechsel unterworfen sein, auch sie müssen notwendig sich verändern können. Somit ist der inneren Entwicklung des Dogmas der Weg geebnet. Das ist eine Ansammlung von Sophismen, die jede Religion schädigt und zerstört.

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Die modernistische Auffassung des Dogmas

Einer der Hauptpunkte der modernistischen Irrlehre betrifft den Ursprung und das Wesen des Dogmas.

Tätigkeit des Verstandes im Glaubensakt

Der Glaube bestehe zwar im religiösen Gefühl, aber auch der Verstand hat nach der Lehre der Modernisten seinen Anteil am Glaubensakt.

Das Gefühl scheint aber doch zu genügen, um uns Gott, den Gegenstand und Urheber des Glaubens, zu geben?

„In dem religiösen Gefühl zeigt sich zwar Gott dem Menschen, sagen die Modernisten, weil es Gefühl ist und nicht Erkenntnis; aber dies geschieht so undeutlich und unbestimmt, daß er vom glaubenden Subjekt kaum oder gar nicht unterschieden wird.“

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Offenbarung und Ursprung der Religionen im Modernismus

Was finden die Modernisten noch in diesem vorgeblichen religiösen Gefühl?

„Sie finden in diesem Gefühl nicht nur den Glauben, sondern mit und in diesem Glauben, wie sie ihn verstehen, behaupten sie auch, die Offenbarung zu haben.“

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Die modernistischen Irrtümer: 2. vitale Immanenz

Als Grundlage ihrer religiösen Philosophie betrachten die Modernisten den Agnostizismus und die vitale Immanenz.

Der Agnostizismus ist jedoch nur als der negative Teil der modernistischen Lehre anzusehen; der positive besteht, wie sie sagen, in der vitalen Immanenz.

Wie gehen die Modernisten vom Agnostizismus zur vitalen Immanenz über?

„Folgenderweise gehen sie von einem zum andern über: Die Religion, natürliche wie auch übernatürliche, muß, wie jede andere Tatsache, eine Erklärung zulassen.

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Die modernistischen Irrtümer: 1. Agnostizismus

„Es muß vorerst bemerkt werden, daß jeder Modernist mehrere Persönlichkeiten in sich vereinigt und vermischt, nämlich den Philosophen, Gläubigen, Theologen, Historiker, Kritiker, Apologeten und Reformator. Diese Persönlichkeiten müssen genau auseinander gehalten werden, wenn man deren System richtig erkennen und die Prämissen und Konsequenzen ihrer Lehren gut durchschauen will.“

Die religiöse Philosophie der Modernisten

„Um mit dem Philosophen zu beginnen“, welche Grundlage haben die Modernisten für ihre Philosophie?

„Als Grundlage der religiösen Philosophie betrachten die Modernisten jene Lehre, die man allgemein den Agnostizismus nennt.“

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Die Tragweite der modernistischen Irrtümer

In der Einleitung zu diesem äußerst wichtigen und aktuellen Dokument wird die Tragweite der modernistischen Irrtümer dargelegt. J. B. Lemius OMJ hat den Text der Enzyklika in katechetische Form gegliedert und dadurch jedem leicht zugänglich gemacht.

Welches ist die erste Pflicht, die Christus dem Papst auferlegt hat?

Der heilige Vater antwortet: „Die Aufgabe, die Uns von Gott übertragen wurde, die Herde des Herrn zu weiden, erhielt vor allem von Christus als erste Pflicht zugewiesen, daß sie mit größter Sorgfalt den überlieferten Glaubensschatz behüte und gegen alle profanen Neuerungen sowie gegen die Widerreden der sogenannten Wissenschaft beschütze."

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Quelle: J. B. Lemius OMJ, Der Modernismus. Katechismus über den Modernismus nach der Enzyklika Pascendi dominici gregis von P. Pius X., Rex Regum Verlag, Jaidhof 2003.